Exoplaneten bei Riesensternen

Eine neue Studie beschäftigt sich mit der Häufigkeit von Planeten bei Riesensternen. Der jetzt gelieferte Überblick bietet einige interessante Erkenntnisse.

Ein Beitrag von Stefan Heykes. Quelle: arxiv.org:1102.0499.

Basis der Analyse der Thüringer Landessternwarte (TLS) sind zwei Langzeitbeobachtungen von Riesensternen. Im Rahmen der Tautenburg Survey wurden 62 Sterngiganten der Spektralklassen K0-K5 untersucht. Die Beobachtungen wurden 2004 am Alfred-Jensch-Teleskop (2-Meter-Spiegel) in Tautenburg begonnen. Dazu kommen 300 Sterne, die von HARPS in La Silla/Chile beobachtet wurden. Diese haben die Spektralklassen G-K.

Bildquelle
Radialgeschwindigkeitsmessungen der Sterne der Tautenburg-Beobachtungen.
(Bild: Döllinger et al.)

Diese umfangreiche Stichprobe ermöglicht es, statistische Auswertungen von Planetensystemen um Riesensterne im Vergleich zu kleineren Sternen durchzuführen. Daraus ergeben sich folgende Punkte:

  • Bei 10-15% der Riesensterne findet man große Planeten, bei den kleinen M- und S-Sternen haben lediglich 5% Planeten.
  • Bei Riesensternen macht die Metallizität des Sterns nichts aus, während Planeten bei kleineren Sternen vor allem entstehen, wenn diese metallreich sind.
  • Bei Riesen sind keine Planeten nachweisbar, deren große Halbachse unter 0,7 AE liegt bzw. deren Jahr kürzer als 150 Tage ist.
  • Nachgewiesene Planeten bei Riesensternen sind deutlich massereicher, mehr als die Hälfte übertrifft 3-5 Jupitermassen, während über die Hälfte der Planeten kleinerer Sterne unter 3 Jupitermassen hat.

Die ersten beiden Punkte weisen auf Eigenheiten bei der Enstehung der Planeten hin. Hier scheint es bei massereichen Sternen einen etwas anderen Verlauf zu geben als bei massearmen Sternen. Dadurch entstehen scheinbar unterschiedliche Planetenarten.
Die letzten beide Punkte ergeben sich ganz natürlich aus der Stichprobe. Orbits um Riesen können nicht sehr eng verlaufen, da die Planeten dann vom Stern verschluckt würden. Die nachgewiesenen Massen können auch damit zusammenhängen, dass leichte Planeten umso schwerer nachzuweisen sind, je massereicher der Stern ist, so dass bei Riesensternen der Nachweis momentan nicht machbar ist.

Raumcon

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