Glory-Start verschoben

Der Atmosphärenforschungssatellit Glory sollte gestern früh von Vandenberg aus in eine sonnensynchrone Umlaufbahn starten. Aufgrund eines technischen Problems wurde der Missionsbeginn aber verschoben.

Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: NASA, Vandenberg Air Force Base.

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Glory im All (Impression) (Bild: NASA)

Wie die Vandenberg Air Force Base bekanntgab, bestand das Problem im Flugabbruchsystem der Trägerrakete. Dieses sorgt im Notfall dafür, dass die Rakete in der Luft gesprengt wird, bevor sie auf dem Boden auftrifft und hier verheerendere Wirkungen haben könnte.

Ein solches System ist in den USA für jede Rakete Pflicht und dessen korrekte Funktion wird auch sehr ernst genommen. Der Start auf einer Taurus XL der Firma Orbital Sciences Corporation (OSC) wurde zunächst bis Freitag verschoben. Nicht ausgeschlossen ist aber eine Terminänderung bis Anfang März.

Glory ist ein NASA-Satellit, der neue Erkenntnisse über Zusammensetzung und Verteilung von Aerosolen in der Erdatmosphäre ermöglichen soll. Gemessen werden sollen über mindestens 3 Jahre auch Wolkenbedeckung und Beleuchtungsdichte. Solche Erderkundungsaufgaben lassen sich am besten aus einer Bahn heraus lösen, auf der man jedes Gebiet der Erdoberfläche im Abstand von einigen Tagen immer zur selben Tageszeit überfliegt. Eine derartige Bahn nennt man sonnensynchron.

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Start von OCO mit einer Taurus XL am 24. Februar 2009 (Bild: NASA)

In der Zielbahn in etwa 700 Kilometern Höhe umlaufen bereits 5 Erderkundungssatelliten die Erde. Die NASA nennt diese Formation A-Train. Auf diese Weise gewinnt man vielfältige Daten praktisch zum gleichen Zeitpunkt und bekommt damit ein viel umfassenderes Bild von Erdoberfläche, Meeren und Atmosphäre sowie deren Wechselwirkungen.

Bisher gehören Aqua, Aura, CloudSat, Parasol und Calipso zum A-Train. Ursprünglich sollte sich auch das Orbiting Carbon Observatory (OCO) dazu gesellen. Aufgrund eines Fehlers beim Abtrennen der Nutzlastverkleidung gelangte es aber nicht auf eine Erdumlaufbahn. Der Start erfolgte vor genau 2 Jahren mit einer Taurus-XL-Trägerrakete, die auch diesmal zum Einsatz kommen soll.

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