Gute Nachrichten für das Constellation-Programm

Bei einer Anhörung des Chairmans der Augustine-Kommission vor dem Wissenschafts- und Technologiekomitee des Repräsentantenhauses sprachen sich die Mitglieder überwiegend für eine Fortsetzung des aktuellen Programms aus.

Ein Beitrag von Tobias Willerding. Quelle: NASA-TV.

Am 15. September fand die Anhörung von Norman Augustine, Chairman der Augustine-Kommission, Michael Griffin, ehemaliger NASA-Administrator und Joe Dyer, Vorsitzender des NASA Aerospace Safety Advisory Panel vor dem Wissenschafts- und Technologiekomitee des amerikanischen Repräsentantenhauses statt. Zusätzlich war mit Edward Crawley noch ein weiteres Mitglied der Augustine-Kommission anwesend. Thema war die Zusammenfassung der Ergebnisse der Augustine-Kommission.
Die meisten Mitglieder deuteten überwiegend ihre Zustimmung für eine Fortsetzung des aktuellen Constellationprogramms an, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass die Augustine-Kommission kein Explorationsprogramm finden konnte, das in das aktuelle Budget passt. Auch die Stimmen für die geforderte Budgeterhöhung von ca. 3 Milliarden Dollar waren überwiegend positiv.

Norman Augustine bezeichnete die technischen Probleme bei Constellation als ernst, aber nicht unlösbar, ausreichend Geld vorausgesetzt. Außerdem hätten alle Optionen ihre Probleme und Constellation sei durchführbar. Weiter betont er, dass es wichtig ist, eine Schwerlastrakete für die Exploration des Weltalls zu haben.

Griffin zeigte sich teilweise unzufrieden mit den Ergebnissen der Augustine-Kommission. Er kritisierte unter anderem, dass die detaillierten Kostenschätzungen der NASA für das Constellationprogramm nicht genügend gewürdigt worden sind und dass derselbe Unsicherheitsfaktor auf die NASA-Kostenschätzungen des Constellationprogramms und auf die neuen Optionen der Augustine-Kommission angewandt worden ist, obwohl die NASA-Schätzungen weiter ausgearbeitet seien und daher weniger Risiko beinhalten.

Ein weiterer Punkt, der große Bedeutung fand, war die Crew-Sicherheit. Die Augustine-Kommission empfiehlt in ihrer Zusammenfassung, dass der Transport von Menschen in den LEO von kommerziellen Firmen übernommen werden soll. Der Chairman des NASA Aerospace Safety Advisory Panel äußerte sich sehr kritisch, was die Fähigkeit des kommerziellen Sektors angeht, eine bemannte Raumflugfähigkeit zu entwickeln. Seiner Meinung nach sei die kommerzielle Raumfahrt noch nicht soweit, außerdem solle die kommerzielle Raumfahrtindustrie die Entwicklung bemannter Raumflugfähigkeit aus eigener Tasche bezahlen. Darüber hinaus sprach er sich strikt gegen eine Ausdehnung der Shuttleflüge über das Jahr 2011 hinaus aus. Griffin und viele Komiteemitglieder vertraten eine ähnliche Meinung.

Bezüglich internationaler Kooperation bzw. internationaler Konkurrenz bei der Exploration des Weltalls gab es verschiedene Meinungen. Während einige Mitglieder die Einbeziehung von den bisherigen ISS-Partnern bis hin zu Ländern wie China und Indien in Erwägung zogen, schürten andere den Konkurrenzgedanken und warnten davor, dass zum Beispiel die Chinesen die USA in der Raumfahrt technologisch überholen könnten. Crawley betonte, dass die ISS-Partner zusammen ungefähr 60% des NASA-Budgets haben und somit eine starke Bereicherung des Programms darstellen könnten.

Heute ist eine Anhörung vor dem entsprechenden Senatsausschuss geplant. Dort wird allerdings nur Norman Augustine erscheinen. Der Abschlussbericht der Augustine-Kommission soll bis Ende September vorliegen.

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