Indien will zum Mars – und das möglichst bald

Indien ist auf dem besten Weg, die erste eigene Marsmission zu verwirklichen. Werden die ambitionierten Pläne umgesetzt, könnte schon im November 2013 eine unbemannte indische Sonde zum Mars aufbrechen.

Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: DECCAN HERALD, IBN, PTI, THE TIMES OF INDIA.

Der Leiter der indischen Raumfahrtforschungsorganisation (ISRO) K. Radhakrishnan informierte Journalisten am 14. Juli 2012, dass die ISRO in einer Reihe von Studien mögliche Missionen zum Mars untersucht habe. Jetzt sei bei der ISRO eine letzte Abstimmungsphase angebrochen, berichtete K. Radhakrishnan. Er zeigte sich davon überzeugt, dass die ISRO bald offiziell eine Marsmission ankündigen werde.

ISRO
PSLV-XL-Rakete auf dem Weg zur Startstelle
(Bild: ISRO)

Aussagen von anderen Beschäftigten der ISRO sprechen dafür, dass vorbereitende Arbeiten bereits in großem Umfang erledigt worden sind. Eine Liste der Instrumente für die wissenschaftliche Nutzlast der indischen Marssonde, aufgestellt von einem Beraterkomitee der ISRO namens ADCOS für Advisory Committee for Space Sciences, existiert. Der Grundaufbau und die Solarzellenausleger-Konfiguration des Raumfahrzeugs sind festgelegt.

Ursprünglich hatte die ISRO an einen Start des ersten eigenen Marsorbiters 2013, 2016 oder 2018 gedacht. Die deutlich gestiegenen verfügbaren finanziellen Mittel und der zügige Fortgang der Arbeiten erlauben nun offensichtlich einen Start zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Vorgesehen ist, dass eine vierstufige Trägerrakete vom Typ Polar Space Launch Vehicle (PSLV) in der Variante XL den künftigen indischen Marssatelliten am 24. November 2013 ins All transportiert. Hat das Raumfahrzeug den anschließenden rund 300 Tage dauernden Überflug zum Mars überstanden, wird es ihn laut Plan in einem 500 x 80.000 km Orbit umlaufen. Auf der stark elliptischen Bahn kann dann die wissenschaftliche Nutzlast mit einer voraussichtlichen Gesamtmasse von rund 25 kg für einen indischen Beitrag zur Erforschung des roten Planeten sorgen.

Nach Angaben der ISRO ist die wissenschaftliche Nutzlast des Marsorbiters speziell der Suche nach Leben auf dem Mars, der Untersuchung der Herkunft, der Entwicklung und der Dauerhaftigkeit von möglichem Leben auf dem Planeten sowie der Untersuchung des Marsklimas und der Geologie gewidmet.

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