Kältester Brauner Zwerg entdeckt

Ein kanadisch-französisches Team hat den bisher kältesten Braunen Zwerg entdeckt. CFBDS J005910.83-0011401.3 liegt 40 Lichtjahre entfernt, isoliert von anderen Sternen.

Ein Beitrag von Daniel Schiller. Quelle: CFHT.

NASA
Künstlerische Darstellung eines Braunen Zwergs
(Bild: NASA)

Das beobachtete Objekt hat eine Masse zwischen dem 15- und 30-fachen des Planeten Jupiter. Seine Oberflächentemperatur beträgt 350°C. Außergwöhnlich im Vergleich zu bisher entdeckten braunen Zwergen sind diese geringe Temperatur und die Existenz von Amoniak in der Atmosphäre. Bisher wurden braune Zwerge in die beiden Klassen L (1200°C – 2000°C) und T (< 1200°C) eingeteilt. Mit seinen Eigenschaften scheint CFBDS J005910.83-0011401.3 eine neue Klasse Y zu definieren, welche deutlich näher an Riesenplaneten liegt. Durch diese Nähe lassen sich Modelle zu deren Entstehung anwenden und weiter entwickeln. Die Abwesenheit eines hellen Zentralsterns führt dazu, dass sich braune Zwerge einfacher beobachten lassen als extrasolare Riesenplaneten in ihren engen Orbits um ihr jeweiliges Zentralgestirn. Damit werden sie zu interessanten Beobachtungsobjekten, v.a. mit der neuen Klasse Y.

Braune Zwerge sind Objekte, welche sich zwischen Sternen und Riesenplaneten einordnen lassen. Sie haben nicht ausreichend Masse, um über lange Zeit eine thermonukleare Fusion aufrecht zu erhalten. Im Gegensatz zu Sternen werden sie damit im Laufe ihres Lebens kontinuierlich kälter. Gleichzeitig weisen sie Ähnlichkeiten mit Riesenplaneten auf. So konnten Wolken aus Staub, Aerosolen und Methan in ihren Atmosphären entdeckt werden. Wasser ist in der Atmosphäre eines braunen Zwergs aber immer gasförmig, während es bei Riesenplaneten zu Eis gefriert. Ammoniak konnte bei braunen Zwergen in früheren Beobachtungen nicht nachgewiesen werden.

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