Langzeitbesatzung 27 bekommt Verstärkung

Heute in den frühen Morgenstunden unserer Zeit erreichte Sojus-TMA 21 mit dem Namen “Gagarin“ die Internationale Raumstation. An Bord befanden sich Sojus-Kommandant Alexander Samokutjajew, Andrei Borissenko und Ronald Garan, die durch das oben an der Station befestigte Poisk-Modul in die ISS schwebten. (Newsbild: Im Anflug auf das Poisk-Modul)

Ein Beitrag von Ralf Möllenbeck. Quelle: NASA, Raumfahrer.net. Vertont von Peter Rittinger.

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Sojus-TMA 21 beim Anflug auf die ISS
(Bild: NASA-TV)

Vorbereitend auf die Ankunft von Sojus-TMA 21 fanden einige Tätigkeiten an Bord der ISS statt. Dmitri Kondratjew führte einen Kommunikationstest des Ku-Band-Videosystems durch. Damit soll das russische Videosignal in das US-Format gewandelt werden, um eine Übertragung zur Erde durchzuführen. Weiter testeten die Raumfahrer das TORU-Andockkontrollsystem im Swesda-Modul, schlossen die Schutzverschlüsse der Fenster von Destiny, Kibo und Cupola, um Verunreinigungen an diesen durch die Triebwerkszündungen zu vermeiden und passten ihren Schlafrhythmus entsprechend der Ankunftszeit von Sojus-TMA 21 an.

Nach rund zwei Tagen Anflug und mehreren Bahnkorrekturmanövern kam Sojus-TMA 21, im ISS-Flugplan auch 26S genannt, in Sichtweite der Station. Mit weiteren Flugmanövern umkreiste das bemannte Raumschiff den Orbitalkomplex bis es die Ausrichtung zum Kopplungsmanöver am russischen Kopplungs- und Schleusenmodul Poisk eingenommen hatte. Sojus-Kommandant Alexander Samokutjajew, unterstützt von seinen beiden Kollegen, kontrollierte fortlaufend die Endannäherung. Der von oben in Richtung Station ausgeführte Anflug mit anschließendem Kopplungsvorgang endete um 01:09 Uhr MESZ als die ISS gerade die chilenischen Anden überflog. Die feste Verbindung zwischen den Raumfahrzeugen konnte rund 20 Minuten später mit dem Schließen der Andockklammern am russischen Kopplungsadapter SSWP G4000 hergestellt werden.

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Die vollständige Besatzung der ISS spricht aus Kibo mit der Bodenstation
(Bild: NASA-TV)

Die nun folgenden Prozeduren dienten der Dichtigkeitsprüfung zwischen Sojus und der ISS. Sie dauerten fast drei Stunden. Somit öffneten sich, nach einem positiven Ergebnis der Dichtigkeitsprüfung, die Luken zwischen den Raumfahrzeugen gegen 04:13 Uhr MESZ. Kurz darauf schwebten die drei Neuankömmlinge in ihr neues Zuhause und wurden dort von der Stammbesatzung herzlich begrüßt. Sie werden von nun an diese Langzeitbesatzung 27 komplettieren und rund 40 Tage gemeinsam arbeiten und forschen. ISS-Kommandant Dmitri Kondratjew führte zuerst die vorgeschriebene Sicherheitsunterweisung mit ihnen durch, bevor alle sechs Raumfahrer gemeinsam mit der Bodenstation sprachen. Dies ist der 132. Raumflug im Sojus-Programm und die insgesamt 26. Ankunft einer Sojus an der Internationalen Raumstation.

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