Nächster Shuttle-Start auf Juli verschoben

Der erste Start einer US-Raumfähre in diesem Jahr ist von Mai auf Juli verschoben worden, da es – wie schon im letzten Jahr – Probleme mit Treibstoffsensoren gibt.

Ein Beitrag von Michael Stein. Quelle: NASA. Vertont von Dominik Mayer.

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Die Raumfähre Discovery im Juli 2005 angedockt an der ISS .
(Bild: NASA)

Das Startfenster für die Raumfähre Discovery (Mission STS-121) ist nun für die Zeit vom 1. bis 19. Juli festgelegt worden. Diese Entscheidung wurde vom leitenden NASA-Manager des Space-Shuttle-Programms, Wayne Hale, nach einer zweitägigen Marathon-Sitzung mit Ingenieuren des Shuttle-Programms gestern bekannt gegeben. Dadurch wird sich auch die Aufstockung der Internationalen Raumstation (ISS) auf eine dreiköpfige Besatzung verzögern, denn an Bord der Discovery wird auch der deutsche ESA-Astronaut Thomas Reiter sein, der nach seiner Ankunft die bereits vorhandene, zweiköpfige ISS-Crew für gut sechs Monate verstärken soll.

Ursache für die zweimonatige Startverschiebung ist in erster Linie ein fehlerhafter Treibstoffsensor im externen Tank der Raumfähre. Der gigantische Treibstofftank ist mit vier so genannten External Fuel Tanks Engine Cutoff Sensors (ECOs) ausgestattet, die den Bordcomputer der Raumfähre darüber informieren, wie viel Treibstoff sich noch im Tank befindet. Ein korrektes Funktionieren der Sensoren ist unbedingt notwendig, da andernfalls die Haupttriebwerke des Shuttles aufgrund fehlerhafter Sensordaten vor dem Ende der planmäßigen Brenndauer abgeschaltet werden könnten – die Raumsonde wäre dann unter Umständen nicht in der Lage, die angestrebte Erdumlaufbahn zu erreichen.

Dieser Fehler ist nicht neu, denn bereits im letzten Jahr haben die ECO-Sensoren schon einmal fehlerhafte Werte gemeldet und dadurch den ersten Start eines Space Shuttles nach der Columbia-Katastrophe verzögert. Dennoch dürfte die NASA nicht unglücklich über die nun beschlossene Startverschiebung sein, da ihr so mehr Zeit bleibt, die vorgenommenen Änderungen an der Isolierung des externen Treibstofftanks eingehend im Windkanal zu überprüfen. Beim letzten Start einer Raumfähre im Juli 2005 waren erneut Teile der Schaumstoffisolierung vom externen Tank abgeplatzt, ohne jedoch den Orbiter zu beschädigen. Durch die seitdem vorgenommenen Änderungen sollen derartige gefährliche Vorkommnisse zukünftig vermieden werden. Außerdem erlaubt die bis zum Start gewonnene Zeit auch die Reparatur des Roboterarms der Discovery, der bei Wartungsarbeiten in der letzten Woche gegen eine Wartungsplattform gestoßen war und sich dabei einen kleinen Riss zugezogen hatte. Der Roboterarm wird nun ausgebaut und außerhalb der Ladebucht des Orbiters repariert werden.
Sollte es bei dem neuen Startfenster bleiben und keine weitere Verschiebung notwendig werden, könnte die NASA ihr Ziel, in diesem Jahr noch drei Raumfähren zur ISS fliegen zu lassen, unverändert erreichen. Die Mission STS-121 soll vor allem Versorgungsgüter mit Hilfe des in Italien gebauten Mehrzweck-Logistikmoduls Raffaello zur Internationalen Raumstation bringen, die beiden weiteren für dieses Jahr geplanten Shuttle-Flüge hingegen sollen daneben auch neue Trägerstrukturen und Solarzellenmodule zur Erweiterung der Station in den Orbit liefern.

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