Noch 10 Tage bis Venus Express-Start… 9… 8… 7…

Die Vorbereitungen für den Start der ESA-Venus Express-Mission passierten vor wenigen Tagen einen Meilenstein, als die Raumsonde mit der “Fregat”-Oberstufe verbunden wurde.

Ein Beitrag von Axel Orth. Quelle: ESA.

None
Venus Express wird mit einem kegelförmigen Verbindungsadapter an der “Fregat” montiert.
(Bild: ESA)

Für die zuverlässige mechanische Verbindung sorgt ein spezieller Adapter. Die Aktivität wurde ausgeführt von einem kombinierten Team aus Arbeitern des Venus Express-Konsortiums und der russischen Raumfahrtfirma NPO-Lavotchkin, die für Design und Bau der “Fregat”-Oberstufe verantwortlich ist. Die Arbeit war nicht ganz ungefährlich, da sowohl die Raumsonde als auch die Oberstufe bereits randvoll mit hoch entflammbarem und giftigem Treibstoff betankt sind. Die “Fregat” enthält 5.000 Kilogramm Treibstoff und Venus Express selbst noch einmal 570 Kilogramm.

Als Nächstes stehen der Anschluss von Venus Express an die Stromversorgung der “Fregat” auf dem Programm sowie ein kurzes Einschalten und Durchführen von grundsätzlichen Funktionstests der Hardware der Raumsonde. Der Start im Raumfahrtzentrum Baikonur ist für Mittwoch, den 26. Oktober geplant, wobei als Hauptstufe der Startrakete eine “Sojus” zum Einsatz kommt.

Venus Express ist ein weitgehend baugleiches Schwestermodell von Mars Express und soll, wie der Name schon sagt, ab April nächsten Jahres die Venus, unseren sonneninneren Nachbarplaneten, erforschen. Die letzte Raumsonde bei der Venus war vor 15 Jahren die Magellan der NASA, die nur mit einem einzigen Instrument ausgestattet war, einem Radar. Obwohl dieses Radar in der jahrelangen Missionsdauer fast den gesamten Planeten kartografierte, gibt es also noch viel zu erforschen.

Eine Landung auf der Venus ist allerdings nicht geplant und wäre auch bei Weitem nicht so Erfolg versprechend wie im Falle des Mars’, da auf der Venus wahrhaft höllische Bedingungen herrschen: Die sowjetischen Venera-Raumsonden, von denen es in den 1970er-Jahren auch nur wenige mit Ach und Krach bis hinunter auf die Venusoberfläche schafften, überlebten selbst im Höchstfall nur wenige Stunden den Aufenthalt in der dichten, heißen und chemisch aggressiven Atmosphäre des Höllenplaneten.

Scroll to Top