Proton-Fehlstart aufgeklärt

Die Oberstufe Block DM-03 wurde mit zuviel Treibstoff betankt. Dadurch wurde sie zu schwer für die Proton-M. Nach diesen vorläufigen Erkenntnissen kann das Proton-Programm wieder aufgenommen werden. Der Grund für diese Überbetankung ist aber noch nicht klar.

Ein Beitrag von Stefan Heykes. Quelle: Roskosmos. Vertont von Peter Rittinger.

Am 5.12.2010 sollte eine Proton-M mit der Oberstufe Block DM-03 drei Uragan-M Satelliten für das russische Glonass-Navigationssystem starten. Die Oberstufe stürzte jedoch mit der Nutzlast in der Nähe von Hawaii ins Meer. Nach den ersten Erkenntnissen war ein Fehler beim Betanken der Oberstufe für diesen Verlust veranwortlich. Bei Block DM-03 handelt es sich um eine neue Variante, die hier ihren Erststart hatte. Diese Variante kann mehr Treibstoff transportieren als die Vorgängerversionen und besitzt erstmals eine digitale Steuerung.
Beim Start der Glonass-Satelliten wollte man von der erhöhten Kapazität keinen Gebrauch machen, da Block DM-03 auch nicht vollgetankt in der Lage ist, den Zielorbit zu erreichen. Allerdings kam es beim Betanken dazu, dass ein bis zwei Tonnen zuviel Treibstoff in die Stufe gepumpt wurden. Dadurch wurde die Nutzlasteinheit für die Proton-M zu schwer, so dass diese bei ihrem Brennschluss eine rund 100 m/s zu niedrige Geschwindigkeit hatte. Durch diese Abweichung führte die eingeschlagene Bahn nicht um die Erde herum, sondern direkt in den Pazifik.

Noch ist nicht bekannt, warum man zuviel Treibstoff eingefüllt hat, aber dennoch kann man nach diesem Ergebnis das Proton-Programm wieder aufnehmen. Die nächsten Starts dienen kommerziellen Satellitenmissionen und verwenden dafür die Oberstufe Bris-M und nicht Block DM-03, der nur für russische Starts verwendet wird. Bis zum nächsten Start mit dieser Oberstufe hat man noch genug Zeit, um den Fehler zu finden, der ein relativ simpler Fehler der Betankungssteuerung zu sein scheint. Von der kurzzeitigen Unterbrechung ist damit nur KA-SAT betroffen, dessen Start sich um 7-10 Tage verschieben wird und jetzt Ende Dezember stattfinden soll.

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