Proton-M bringt Kommunikationssatelliten ins All

Ein weiterer Satellit der Kosmos-Serie wurde am 21. September 2011 mit einer Proton-M-Rakete von Chrunitschew vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus auf den Weg ins All gebracht.

Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: Chrunitschew, Interfax, RIAN, Roskosmos.

Roskosmos
Proton-M-Start mit Garpun 1 am 21. September 2011
(Bild: Roskosmos)

Um 0:47 Uhr MESZ hob die inklusive Bris-M-Oberstufe vierstufige Proton-M von der Startplattform 81/24 ab. Nach rund zehn Minuten Flug wurde die Orbitaleinheit bestehend aus Satellit und Oberstufe von der Proton-Rakete abgetrennt. Gegen 9:48 Uhr MESZ wurde der Satellit für das russische Verteidigungsministerium im vorgesehenen Transferorbit ausgesetzt. Demnächst soll das Raumfahrzeug eine Position im geostationären Orbit einnehmen, wohin es seine eigenen Triebwerke bringen können. Nach dem Start erhielt der Kommunikationssatellit in der Serie der russischen Kosmos-Satelliten die Nummer 2.473.

Beobachter russischer militärischer Raumfahrtprogramme gehen davon aus, dass es sich bei dem Satelliten um den ersten aus einer neuen Serie von Kommunikationssatelliten des russischen Militärs handelt und ordnen ihm die Bezeichnung Garpun 1 sowie den russischen Erzeugniscode 14F136 zu, den auch die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti Anfang Mai 2011 nannte. Die Aufgabe von Garpun 1 könnte es sein, große Datenmengen, die beispielsweise bei der Arbeit russischer Fernerkundungs- und Aufklärungssatelliten auf niedrigeren Erdumlaufbahnen entstehen, an entsprechend eingerichtete Bodenstationen weiterzuleiten. Garpun (russisch Гарпун) bedeutet Harpune.

Kosmos 2.473 alias Garpun 1 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 37.806 bzw. als COSPAR-Objekt 2011-048A.

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