Sternenhimmel im Februar 2010

Der Februar ist der zweite Monat des römischen Kalenders. Er wurde nach dem römischen Reinigungsfest Februa benannt.

Ein Beitrag von Hans J. Kemm. Quelle: eigene Daten. Vertont von Peter Rittinger.

Auch im Februar ist der Nachthimmel noch winterlich und lang, die Nacht beginnt am Monatsanfang gegen 18.30 Uhr, zur Monatsmitte gegen 19.15 Uhr und am Monatsende gegen 20.00 Uhr. Sonnenaufgang am 1. Februar ist um 7:55 Uhr, am 15. Februar geht die Sonne um 7:35 Uhr auf und am Monatsende um 7:15 Uhr.
Das in in diesem Monat sichtbare Band der Milchstraße erstreckt sich quer über den Himmel, zieht vom Süden bis hinauf zum Zenit und senkt sich im Norden wieder zum Horizont hinab. Besonders auffällig sind die zirkumpolaren Sternbilder Kleiner Bär (Kleiner Wagen) im Norden und Großer Bär (Großer Wagen) im Nordosten, wobei der Wagenkasten vorangeht und die Deichsel folgt. Das wunderbare Sternbild Orion strahlt im Südwesten. Der Kleine Hund, die Zwillinge und der Große Hund zeigen sich im Süden. Der Große Hund ist eigentlich ein Sternbild der Südhalbkugel, das aber im Winter auch in unseren nördlichen Breiten zu sehen ist und dabei fällt natürlich der glänzende Sirius besonders auf.

Das Wintersechseck, eine markante Konstellation von hellen Sternen 1. Größe am südlichen Winterhimmel – das sind die Sterne Capella, 42,2 Lj, -0,48 mag (a Aurigae) im Sternbild Fuhrmann; Aldebaran, 68 Lj, +0,85 mag (a Tauri) im Sternbild Stier; Rigel, 733 Lj, +0,12 mag (ß Orionis) im Sternbild Orion; Sirius, 8,6 Lj, -1,44 mag (a Canis Majoris) im Sternbild großer Hund; Prokyon, 11,2 Lj, +0,38 mag (a Canis minoris) im Sternbild kleiner Hund; Castor, 50 Lj, +1,58 mag (a Geminorum) und Pollux, 33,7 Lj, +1,14 mag (ß Geminorum) im Sternbild Zwillinge – hat sich in diesem Monat in den Südwesten verschoben.

Besonders betrachtenswert sind die 3 offenen Sternhaufen: Messier 45 / Plejaden, Hyaden und Messier 44 / Krippe.

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Die Plejaden
(Bild: Wikipedia)

Die hellsten Sterne der Plejaden (Siebengestirn) sind nach Gestalten der griechischen Mythologie benannt, dem Titanen Atlas (daher auch der Name Atlantiden), seiner Frau Plejone sowie ihren sieben Töchtern Alkyone, Asterope, Celaeno, Elektra, Maja, Merope und Taygete. M 45 ist ein klassisches Feldstecherobjekt. Die Hyaden (Regengestirn) sind ein offener Sternhaufen im Sternbild Stier, der mit bloßem Auge beobachtet werden kann. Sie sind als V-förmige Anordnung der hellsten Sterne des Sternhaufens direkt am Hauptstern des Stiers, Aldebaran, leicht zu finden. Unter guten Sichtbedingungen ist die Krippe (Praesepe) im Sternbild Krebs schon mit bloßen Augen zu erkennen. Ein weiterer offener Sternhaufen befindet sich im Sternbild der Zwillinge, nämlich Messier 35. Man sieht ihn am westlichen Ende der Sternenkette, die von Kastor ausgeht.

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Mira im Sternbild Walfisch
(Bild: Wikipedia)

Dann ist noch das Himmels-W, die fünf Hauptsterne des Sternbildes Kassiopeia, zu betrachten. Es enthält mehrere helle offene Sternhaufen. Gut zu beobachten sind NGC 457 (Eulenhaufen) und der offene Sternhaufen Messier 52. Im Sternbild Walfisch ist der Doppelstern Mira (o Ceti), ein langperiodisch veränderlicher Roter Riese zu sehen, dessen visuelle Helligkeit im Maximum 2 mag erreicht, während sie im Minimum unter 8 mag fallen kann und das in Rhythmus von 331 Tagen. Beim Betrachten des Doppelsternes Omicron 2 im Sternbild Eridanus kann man sehr gut sehen, dass einer der Doppelsternpartner wiederum einen engen Partner hat. Diese Partnerschaft besteht aus einem Roten Zwerg und einem Weißen Zwerg, dieser ist der einzige Weiße Zwerg, der im kleineren Amateurteleskop betrachtet werden kann. Interessant ist auch Mirzam (ß CMa), der zweithellste Stern im Großen Hund. Seine scheinbare Helligkeit liegt bei 2 mag. Er ist aber tausend Mal heller als Sirius, jedoch fast einhundert Mal weiter von uns entfernt als der Hauptstern in Großen Hund.

Die Planeten am 1. Februar:
Merkur taucht um 6.45 Uhr im Südosten auf und wandert durch das Sternbild Schütze, seine Helligkeit liegt bei -0,1 mag. Unser Nachbarplanet Venus befindet sich noch immer recht nah an der Sonne und bleibt vorläufig unbeobachtbar. Mars geht bei Sonnenuntergang im Nordosten auf und bei Sonnenaufgang im Nordwesten unter, er befindet sich im Sternbild Krebs. Seine Helligkeit beträgt -1,3 mag. Der rote Planet gelangt maximal 63° über Horizont. Der Gasplanet Jupiter ist nur für 1 ½ Stunden nach Dämmerungsbeginn am Himmel im Westsüdwesten zu sehen. Er ist -2,0 mag hell und befindet sich im Sternbild Wassermann. Der Ringplanet Saturn geht am Abend um 21.45 Uhr im Osten im Sternbild Jungfrau auf. Er weist eine Winkelentfernung (Elongation) von der Sonne von 129° auf und seine Helligkeit liegt bei 0,7 mag.

Die Planeten am 15. Februar:
Venus wird während der Abenddämmerung um 18.30 Uhr im Westsüdwesten sichtbar und bleibt dann für rund 30 Minuten am Abendhimmel sichtbar. Unser innerer Nachbar ist -3.9 mag hell und wandert durch das Sternbild Wassermann. Der Planet ist 8° weit von der Sonne entfernt. Ein Blick durch ein Teleskop zeigt uns die Venus nahezu voll beleuchtet. Unser äußerer Nachbar Mars zeigt sich um 23.00 Uhr im Sternbild Krebs mit einer Helligkeit von -1,0 mag. Die Kulminationshöhe beträgt dann 64°. Er verschwindet in der Morgendämmerung gegen 7.15 Uhr. Der Gasplanet Jupiter ist nicht mehr lange am Abendhimmel zu bestaunen, denn er zeigt sich nur noch für 30 Minuten nach der Abenddämmerung im Westsüdwesten im Sternbild Wassermann mit einer Helligkeit von -2,0 mag. Der Ringplanet Saturn geht am Abend um 20.45 Uhr im Osten im Sternbild Jungfrau auf. Seine Helligkeit liegt bei 0,7 mag. Im Teleskop zeigt sich nur eine gering geöffnete Saturnringebene (Erhebung 4.3°).

Der 6,1 mag helle Asteroid 4) Vesta erreicht am 18. Februar seine Opposition zur Sonne, er befindet sich dann im Sternbild Löwe. Der Asteroid macht es dem Betrachter leicht ihn aufzufinden, denn er läuft zwischen den beiden Sternen γ und 40 Leonis vorbei. γ Leonis ist 2.3 mag hell und 40 Leonis 4.8 mag. Am 24. Februar erreichen die mit 23 km/s sehr langsamen Delta-Leoniden ihr Maximum mit 2 ZHR.

Der abnehmende Mond geht am 1. Februar um 20.45 Uhr auf und befindet sich im Sternbild Löwe. In den Nachtstunden steht er 38° hoch im Süden, er ist noch zu 88% beleuchtet. Er geht in der Morgendämmerung gegen 8.50 Uhr unter. Am 15. Februar zeigt sich die noch sehr schmale, nur ~ 37 Stunden alte Mondsichel erstmals nach Neumond tief in der Abenddämmerung. Sie ist erst zu 2.4% beleuchtet und geht bereits um 19.30 Uhr im Westen unter. Am 28. Februar geht der volle Mond gegen 18.00 Uhr auf und verschwindet gegen 6.55 Uhr am nächsten Morgen kurz vor dem Sonnenaufgang hinter dem Horizont.

Tagesaktuelle Termine und Ereignisse stehen im Astronomiekalender.

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