Supermassives Schwarzes Loch in Zwerggalaxie

Mit Hilfe des Hubble-Weltraumteleskops (HST) und des Very Large Arrays (VLA) wurde in der 30 Millionen Lichtjahre entfernten Zwerggalaxie Henize 2-10 ein supermassives Schwarzes Loch entdeckt.

Ein Beitrag von Timo Lange und Günther Glatzel. Quelle: NRAO. Vertont von Peter Rittinger.

Reines, et al., David Nidever, NRAO/AUI/NSF, NASA
Zwerggalaxie Henize 2-10
(Bild: Reines, et al., David Nidever, NRAO/AUI/NSF, NASA)

Das besondere daran: Bisher hat man eine recht gute Proportionalität zwischen den Ausmaßen der Bulge von Galaxien und der Masse ihres zentralen Schwarzen Loches vorgefunden. Dass nun eine so kleine Galaxie ohne Bulge ein solches Schwarzez Loch beherbergt, scheint die Frage in welchem Kausalzusammenhang Bulge und Schwarzes Loch stehen, recht eindeutig zu klären. Offenbar bilden sich die Schwarzen Löcher sehr früh in der Galaxienentwicklung und tragen wesentlich dazu bei, die wachsende Galaxie zu strukturieren.

Zwar wurden auch schon in anderen Zwerggalaxien supermassive Schwarze Löcher gefunden, aber keine davon war so unregelmäßig und aktiv wie die kleine Henize 2-10 mit gerade 3.000 Lichtjahren Durchmesser. In extrem dichten Regionen werden dort intensiv neue Sterne gebildet. So ähnlich stellt man sich Galaxien im ganz jungen Universum vor. Daher ist die Entdeckung so außergewöhnlich.

Bereits vor 2 Jahren fand ein internationales Astronomenteam heraus, dass Schwarze Löcher in jungen Galaxien des frühen Universums massiver waren als die Wachstumsrate vermuten ließ. Dies sei ein starker Hinweis darauf, dass sich Schwarze Löcher vor den Galaxien, die sie später umgaben, bildeten.

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