Testerfolg für RFA-Triebwerk

Raketenstartdienstleister RFA testet erstmals in Europa ein Triebwerk mit gestufter Verbrennung und sichert sich damit die Technologieführerschaft im Bereich der New-Space-Trägerraketen. Eine Pressemitteilung der Rocket Factory Augsburg AG.

Quelle: Rocket Factory Augsburg AG.

Raketenstartdienstleister RFA testet erstmals in Europa ein Triebwerk mit gestufter Verbrennung und sichert sich damit die Technologieführerschaft im Bereich der New-Space-Trägerraketen.
(Bild: RFA)

Augsburg – Der Startdienstleister Rocket Factory Augsburg AG hat mit einem erfolgreichen Test des gesamten Triebwerks mit gestufter Verbrennung seine Technologieführerschaft unter Beweis gestellt. Bei dem 2-Sekunden-Test, der in Kiruna (Schweden) durchgeführt wurde, hat RFA das erste Triebwerk mit gestufter Verbrennung in Westeuropa erfolgreich in Betrieb genommen. Die Technologie der gestuften Verbrennung zeichnet sich durch höhere Effizienz und Leistungen im Vergleich zu herkömmlichen Raketentriebwerken aus. Die teilweise unverbrannten Abgase aus der Turbopumpe werden in die Hauptbrennkammer zurückgeführt, wodurch die Freisetzung von unverbranntem Treibstoff vermieden wird. Die Wiederverwertung der Abgase erhöht die Effizienz der Trägerrakete erheblich, während gleichzeitig die Startkosten gesenkt und der CO2-Ausstoß der Raketenstarts minimiert werden. Diese bahnbrechende Errungenschaft ermöglicht es RFA, unübertroffene Preise anzubieten und damit im globalen Wettbewerb um kostengünstige Trägerraketen die Führung zu übernehmen.

“Der erfolgreiche Test unseres Triebwerks mit gestufter Verbrennung untermauert unseren Anspruch auf Marktführerschaft”, sagte Dr. Stefan Brieschenk, Chief Operating Officer des Unternehmens. “Mit unserer Technologie können wir bei gleichen Kosten für den Kunden 30 Prozent mehr Nutzlast in den gewünschten Orbit befördern”, ergänzt Jörn Spurmann, Chief Commercial Officer von RFA.

Zwei geplante Meilensteine wurden bereits Anfang Mai erreicht. Im sogenannten „Power-Pack Test” wurden Turbopumpe und Vorbrennkammer gestartet und in einen stabilen, eingeschwungenen thermo-mechanischen Dauerzustand gefahren – und diesen erreicht man mit einer Brenndauer von 8 Sekunden. Im nächsten Entwicklungsschritt folgten die ersten Zündungen der Hauptbrennkammer, im Anschluss verknüpfte das Testteam das „Power-Pack” mit allen Systemen des Triebwerkes und führte die Gesamtsystemtests durch.

RFA ist das neunte Unternehmen weltweit, das erfolgreich ein Raketentriebwerk mit gestufter Verbrennung in vollem Umfang getestet hat. Die gestufte Verbrennung ist das technologische Rückgrat einiger der erfolgreichsten Raumfahrtunternehmen der Welt und war bisher auf die Vereinigten Staaten, Russland, China, Indien, Japan und die Ukraine beschränkt. Die US-Firmen SpaceX und Blue Origin waren die letzten privaten Unternehmen, die diese anspruchsvolle Technologie mit dem “Raptor”-Triebwerk und dem “BE-4”-Triebwerk entwickelt haben.

Über Rocket Factory
Die Rocket Factory Augsburg wurde 2018 gegründet. Ziel des Start-up Unternehmen ist es, bis Ende 2022 einen Trägerraketen-Prototypen zu entwickeln, mit dem Satelliten wöchentlich zu konkurrenzlos günstigen Preisen in erdnahe Umlaufbahnen transportiert werden können. Die Trägerrakete RFA ONE vereinigt drei wichtige Wettbewerbsvorteile: eine äußerst kostengünstige Architektur und geringste Entwicklungskosten, eine präzise Positionierung im Orbit und eine überlegene Antriebstechnologie mit staged-combustion Triebwerken.

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