Turbulente Milchstraße

Einem internationalen Forschungsteam ist es nun gelungen, die Vorgänge in unserer Heimatgalaxie genau zu studieren und somit ihre Vergangenheit zu verstehen.

Ein Beitrag von Christian Ibetsberger. Quelle: ESA/ESO.

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Simulierter Umlauf eines Sternennachbarn in unserer Milchstraße.
(Bild:ESO)

Über unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, ist uns weniger bekannt als man glauben könnte. Besonders über unsere Sternennachbarn und ihre Eigenschaften konnte man bisher wenige Informationen gewinnen. Doch gerade sie sind die Antwort auf die Entstehungsgeschichte der Milchstraße.

Wie alle anderen Galaxien, formte sich die Milchstraße aus einer kleinen Staub- und Gaswolke kurz nach dem Urknall. Mit der Zeit formte sich dieser Gasklumpen zu einer flachen Spiralgalaxie in der wir heute leben. Doch die Wissenschaft will mehr wissen. Wie lang dauerten diese Vorgänge? Herrschte totales Chaos? Wann wurden die schwersten Elemente geformt?

Einige dieser Fragen konnten nach fünfzehn Jähriger Forschung von einem Schwedisch- Dänischen Wissenschafterteam beantwortet werden. Das Team verbrachte mehr als eintausend Beobachtungsnächte im European Southern Observatory (1,5 Meter Teleskop) in Chile und im Observatoire de Haute-Provence (1 Meter Teleskop) in Frankreich. Zusätzlich Beobachtungen wurden am Harvard-Smithsonian Center durchgeführt.

Die Wissenschafter konnten die fehlenden Daten über unsere Nachbarn ergänzen. Faktoren wie die Entfernung, die chemische Zusammensetzung und die Rotation innerhalb der Milchstraße wurden gemessen und dokumentiert. Es war Pionierarbeit, denn diese Ergebnisse werden der nächsten Forschergeneration einen enormen Schub verleihen. Schon in der Vergangenheit waren die Dänen die Vorreiter bei der Erkundung unserer Heimatgalaxie.

Anfang der Fünfziger war Bengt Strömgren der erste der genauere Untersuchungen anstellte. Leute wie Erik Heyn Olsen folgten seinem Beispiel. Mitte der Achtziger gelang es Olsen die Lichtintensität von ca. 30.000 A, F und G Sternen zu messen. Nächster Erkundungsschritt war ESA’s Hipparcos Satellit der Entfernungen zu Nachbarsternen messen sollte. Doch mit dieser Langzeit Untersuchung schrieben die Teilnehmer dieses Projekts Geschichte.

Birgitta Nordström, Leiterin des Teams erklärt: „Zum ersten mal haben wir ein komplettes Datenpaket über beobachtet Nachbarsterne. Dies ist nur ein geringer Teil aller Sterne in unserer Galaxie, doch glaube ich werden uns Kollegen aus aller Welt helfen diese Daten auszuwerten.“ Eine Grundanalyse konnten die Wissenschafter jedoch schon preisgeben. Objekte wie Molekühlwolken, Spiralarme, oder schwarze Löcher hatten über die ganze Entstehungsgeschichte der Milchstraße gewaltigen Einfluss auf die Galaxiescheibe. Darum schließen die Forscher auf eine chaotische Geschichte der Milchstraße. Supernova Explosionen und Galaxiekollisionen standen an der Tagesordnung. Nichts desto Trotz entwickelte sich die Milchstraße zu einem bewohnbaren Ort.

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