Überraschungsgeburt im Sternbild Westerlund-1

Schwarzes Loch erwartet und einen Neutronenstern entdeckt!

Ein Beitrag von Jens Christ. Quelle: Chandra/NASA.

Das Chandra Röntgen Observatorium der NASA hat im Sternbild Westerlund-1 eine erstaunliche Entdeckung gemacht. Nicht ein Schwarzes Loch, wie erwartet, bildete sich nach dem Kollabieren eines massiven Sterns, sondern ein Neutronenstern. Westerlund-1 steht am südlichen Himmel im Sternbild Altar und ist etwa 10.000 Lichtjahre von uns entfernt.

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Der Sternhaufen Westerlund-1 in einer Aufnahme des Wide-Field Imager (WFI)

Der Neutronenstern, ca. 20km im Durchmesser, wurde in diesem extrem jungen Sternenhaufen entdeckt. Die Ursprungsmasse liegt nach Berechnungen der Astronomen bei dem 40-fachen der Sonnenmasse. Eigentlich sollte daher ein Schwarzes Loch entstehen. Die Grenzmasse der Astronomen lag bisher bei ca. 25 Sonnenmassen. Ab diesem Massewert werden Sterne zu Schwarzen Löchern – eine Theorie die weder bewiesen noch widerlegt werden konnte. Einige Konzepte jedoch sprechen massenreichen Sternen die Fähigkeit ab sich zu Schwarzen Löchern ausbilden zu können.
Alexander Heger von der Universität in Chigago vermutet, dass extrem massereiche Sterne im Laufe ihres Daseins soviel an Masse in die Umgebung abgeben, dass nach der Supernova ein Neutronenstern zurückbleibt, der nicht weiter implodiert. Sowohl die chemische Zusammensetzung, als auch die Rotationsgeschwindigkeit und die Stärke des ausgebildeten Magnetfeldes, können ausschlaggebend für die letztendliche Geburt eines Neutronensterns oder Schwarzen Loches sein.

Nach dem Kollabieren massiver Sterne, so zeigt sich durch diese Entdeckung, nimmt die Bildung von Neutronensternen anstelle von Schwarzen Löchern, einen großen Einfluß auf die Entstehung zukünftiger Sterne . Nur bei der Geburt von einem Neutronenstern wird über 95% der Sternenmasse, davon metallreiches Material aus dem Kern, wieder in den Raum hinausgeschossen. Eine enorme Menge an schweren Elementen findet dadurch wieder den Weg in den Kreislauf des Werdens und Vergehens neuer Sterne und Planeten.

Diese Entdeckung basiert auf zwei Chandra Beobachtungen vom Mai und Juni diesen Jahres. Die Arbeit des Chandra Observatoriums wird vom NASA´s Marshall Space Flight Center in Huntsville organisiert und überwacht. Das Smithsonian Astrophysical Observatory leitet die wissenschaftlichen Operationen vom Chandra Röntgen Center in Cambridge, Mass.

Weitere Informationen und Bilder sind unter http://chandra.harvard.edu zu finden.

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