Ulysses – Ausbluten lassen oder einfrieren?

Mitte des Jahres muss die ESA sich entscheiden, was mit Ulysses weiter geschehen soll.

Ein Beitrag von Axel Orth. Quelle: Spaceflight Now.

Die vor einigen Monaten schon tot gesagte Sonnensonde Ulysses ist immer noch in Betrieb. Das Team hat einen Weg gefunden, die altersschwache Raumsonde weiter in Funktion zu halten. Vereinfacht gesagt, kann die Sonde ihren Manövriertreibstoff nicht mehr genug heizen, um ihn am Einfrieren zu hindern – also verfeuert sie nach und nach den Treibstoff, bevor er einfrieren kann (Raumfahrer.net berichtete). “Ausbluten” nennt die ESA diese Taktik. Mit den noch vorhandenen drei Kilogramm Treibstoff könnte die Sonde noch etwa bis ins letzte Jahresdrittel in Betrieb gehalten werden.
Mittlerweile gibt es allerdings Überlegungen, einen anderen Weg zu beschreiten: Im Jahr 2013 wird die Sonne ein neues Maximum ihrer Aktivität erreichen und dann wäre Ulysses nicht nur in optimaler Beobachtungsposition, sondern der Sonne auch wieder nahe genug, um ihren Treibstoff nicht weitgehend nutzlos verfeuern zu müssen. In den paar Monaten, die die Sonde dann noch operieren könnte, wären wesentlich interessantere Beobachtungen möglich als derzeit. Dazu müsste man die Sonde jetzt lediglich so positionieren, dass ihre Kommunikationsantenne im Jahr 2013 auf die Erde zeigen wird – und sie dann weitgehend abschalten.

Die größte Schwierigkeit zur Realisierung des Plans sehen die Verantwortlichen nicht darin, die Sonde nach fünf Jahren Inaktivität wieder zum Leben zu erwecken, sondern in der Beschaffung von Finanzmitteln, um die Erd-Einrichtungen der Mission, die normalerweise in einigen Monaten aufgelöst würden, über die Zeit zu retten.

Der Stichtag für die endgültige Entscheidung ist der 1. Juli 2008. Denn dies ist derzeit das angekündigte offizielle Ende der Mission Ulysses.

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