Verbessertes Siedlungsflächenmonitoring mit Copernicus

Wie viel Fläche ist bereits versiegelt, bebaut oder liegt brach? Für eine nachhaltige und klima-schonende Siedlungsentwicklung ist der sparsame Umgang mit der Ressource Fläche von zentraler Bedeutung. Das Projekt Incora (Inwertsetzung von Copernicus-Daten für die Raumbeobachtung) sorgt mit Datengrundlagen der Copernicus Sentinel-Satelliten für eine Ergänzung und Verbesserung von Indikatoren der Siedlungs- und Verkehrsflächenentwicklung. Eine Pressemitteilung des Instituts für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH.

Quelle: Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH (ILS) 3. Juni 2022.

Incora – Inwertsetzung von Copernicus-Daten für die Raumbeobachtung. (Grafik: ILS)

3. Juni 2022 – Das im Projekt entwickelte Dashboard https://incora-flaeche.de visualisiert mit Karten und Diagrammen aus verschiedenen Datensätzen Kenngrößen zur Landbedeckung und zum Flächenverbrauch in Deutschland und ermöglicht regionalisierte Auswertungen und Vergleiche. Das Portal ist ab sofort online.

Daten zum Flächenverbrauch werden in Deutschland aus dem Liegenschaftskataster gewonnen. Das Liegenschaftskataster unterliegt allerdings zeitweilig Umstellungseffekten und ist nicht immer einheitlich aktuell. Neue Datensätze aus der Erdbeobachtung berichten über den Flächenverbrauch auf Basis von Landbedeckungsklassen. Incora ergänzt die bisherigen Methoden des Flächenmonitorings auf verständliche Weise. „Die Ergebnisse führen zu einer verbesserten Informationsgrundlage für Maßnahmen zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme. So werden die Stärken und Schwächen verschiedener Datenoptionen sichtbar, die tatsächliche Flächenentwicklung wird für die Anwenderinnen und Anwender transparenter“, erläutern Dr. Shaojuan Xu und Dr. Stefan Fina aus dem Team des ILS. Das Projekt wurde durch das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) koordiniert und gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) und der mundia-lis GmbH & Co. KG durchgeführt.

Das neue Online-Portal incora-flaeche.de stellt die wichtigsten Ergebnisse des Projekts Inwertsetzung von Copernicus-Daten für die Raumbeobachtung dar. Es dient als Informationswerkzeug, um Fragestellungen zur Siedlungsflächenentwicklung datenbasiert und kritisch zu betrachten. Hierzu werden verschiedene Datensätze kartographisch und statistisch dargestellt. Dabei ist es erstmalig gelungen, katasterbasierte Flächenentwicklungen aus den Open Data-Portalen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen in einer Webanwendung zu visualisieren, und historische und aktuelle Luftbilddienste zur Überprüfung einzelner Flächen zu hinterlegen. Die Flächenentwicklung wird mit den wichtigsten Indikatoren zu den Themenbereichen Siedlung und Vegetation einer vergleichenden Bewertung unterzogen. Neben dem kartographischen und statistischen Kernstück der Plattform werden mit der begleitenden Textdokumentation die Methoden erläutert und die Aussagekraft der Daten interpretiert.

„Ziel von incora-flaeche ist die Berichterstattung zur Flächeninanspruchnahme durch weitere zeitlich, räumlich und thematisch hochauflösende Datenquellen zu ergänzen und zu verbessern. Dazu haben wir eine Indikatorenpyramide entwickelt und in incora-flaeche transparente und rasch zugängliche Datengrundlagen, Karten und Abbildungen für Wissenschaft und informierte Fachöffentlichkeit geschaffen“, so Silas Eichfuss und Dr. Fabian Dosch vom BBSR. Handlungsbedarf sieht das Forschungsteam bei der weiteren Digitalisierung der Planung und der Einbindung digitaler Informationen zur geplanten Siedlungsentwicklung, um die Auswirkungen des Flächenverbrauchs vorausschauend abzumildern. „Methoden der Erdbeobachtung bieten diesbezüglich die Möglichkeit, mit neu aufkommenden Datenquellen und Technologien das Monitoring zukunftsfähig weiterzuentwickeln“, so Guido Riembauer von mundialis.

Incora ist ein vom mFund (BMDV) finanziertes Projekt mit der Laufzeit 12.2018 – 02.2022. Durchgeführt wurde das Projekt von: Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS), Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) sowie mundialis GmbH & Co. KG.

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