Warten auf das James Webb Telescope

Der designierte Nachfolger des Hubble-Teleskops wird die Steuerzahler mindestens viermal mehr als ursprünglich geplant kosten und sieben Jahre später als vorgesehen starten.

Ein Beitrag von Oliver Karger. Quelle: Florida Today, NASA.

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Illustration des JWST im All.
(Bild: NASA)

Das James-Webb-Weltraum-Teleskop (JWST), welches am L2-Punkt stationiert werden und im infraroten Wellenlängenbereich sensitiv sein soll, hätte nach anfänglichen Kalkulationen etwa 1,6 Milliarden US-Dollar kosten sollen. Der Start war für dieses Jahr vorgesehen. Aufgrund von technischen Schwierigkeiten kam es immer wieder zu Verzögerungen, welche die Kosten weiter in die Höhe steigen ließen. Unter Anderem wurden an einem CCD-Detektor eine steigende Anzahl an Hot-Pixeln festgestellt, welche die Verwendung des Sensors in Frage stellen.

Wissenschaftler erachten das Observatorium jedoch als die wichtigste Mission dieses Jahrzehnts. Daher wird das Projekt nun zum zweiten Mal innerhalb von fünf Jahren überholt. Die letzte Kostenschätzung belief sich auf 6,8 Milliarden US-Dollar. Die NASA gibt an, dass ein Start vor 2018 nicht als realistisch angesehen werden kann. Möglicherweise verschiebt sich der Flug auch bis 2020.

Die Startverzögerung wird die Kosten möglicherweise noch weiter in die Höhe treiben. Wissenschaftler, insbesondere projektferne, betrachten dies mit Sorge, da dies sowohl am amerikanischen Wissenschaftsbudget für den Bereich Astronomie wie auch am NASA-Budget möglicherweise Verschiebungen zu Lasten anderer Projekte verursacht. So könnte es sein, dass bereits diesen Sommer, nach der Projektumstrukturierung mehrere Milliarden US-Dollar dem JWST-Projekt zugesprochen werden, um den dann angepassten Fahrplan einhalten zu können.

Eine erste Ursache für die Kostenexplosion soll schon gefunden sein: Die NASA und ihre Aufragnehmer haben, wie bei den meisten Großprojekten die Kosten ursprünglich zu niedrig angesetzt und nicht genügend Reserven für auftretende technische Herausforderungen und Schwierigkeiten eingeplant. Inwieweit sich dies bewahrheitet, wird bei der Projektumstrukturierung im Sommer hoffentlich geklärt werden können.

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