Zefiro-9a-Motor für ESAs VEGA-Rakete getestet

Am 23. Oktober 2008 ist in einem Teststand der Salto di Quirra Inter-force Test Range auf Sardinien, Italien, ein Zefiro-9a-Feststoffmotor für die VEGA-Rakete erfolgreich getestet worden, berichtete die ESA am 24. Oktober 2008. Es war der vorletzte Test eines solchen Motors vor VEGAs Erstflug.

Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: ESA, DLR.

ESA
Zefiro-9a in Grafik …
(Bild: ESA)

Der Zefiro-9a-Motor brannte wie vorgesehen 120 Sekunden lang mit einem maximalen Verbrennungsdruck von 75 bar. Der Motor mit einer Länge über alles von 3,17 Metern und 1,92 Metern Durchmesser war mit 10,5 Tonnen Treibstoff befüllt. Der maximale Schub soll 320 kN im Vakuum entsprechen.

Die ersten Ergebnisse bestätigten die erwartete Leistung des aus dem Zefiro-9 weiterentwickelten Motors und des geänderten Ausstoßdüsendesigns.

Rund 400 Sensoren waren am Zefiro-9a-Motor angebracht, um den Testverlauf zu verfolgen. Insbesondere wurden Daten über

  • die ballistische Leistung (Druck- und Schubkurven)
  • die Effizienz interner Wärmeisolierungen
  • die Leistung der Schubvektorsteuerung
  • die thermischen und dynamischen Verhältnisse
… und Teststand
(Bild: ESA)

gesammelt, die von den Ingenieuren des Vega-Progammvertragspartners ELV SpA und des Motorentwicklers Avio SpA, beide aus Italien, ausgewertet werden.
Der getestete Motor wird zu einer detailierten Inspektion nach Colleferro, dem Sitz von Avio SpA, zurückgesandt.

Ein letzter Test eines Zefiro-9a-Motors soll im Februar 2009 stattfinden. Damit wären dann alle Feststoffmotore für die VEGA-Rakete am Boden ausreichend getestet, um den Erstflug von VEGA, der nach dem derzeitigen Planungsstand noch 2009 von Kourou in Französisch Guiana stattfinden soll, in Angriff zu nehmen. Gestartet wird dann von der umgebauten Rampe ELA 1 (Ensemble de Lancement Ariane Nr 1), von der bis zum 12. Juli 1989 Raketen der Typen Ariane 1 bis Ariane 3 abhoben.

Neben dem Zefiro-9a in der dritten Stufe verwendet die VEGA den Zefiro-23-Feststoffmotor in der zweiten und den P80-Feststoffmotor in der ersten Stufe. Außerdem ist der Einsatz einer vierten Stufe namens AVUM (Attitude and Vernier Upper Module) vorgesehen, die ein in der Ukraine hergestelltes Hauptriebwerk vom Typ RD-8569M benutzt.

Die vorraussichtlich etwa 30 Meter hohe Rakete soll bei einem Startgewicht von etwa 137 Tonnen 1.500 Kilo Nutzlast in einen polaren Orbit (90 Grad Inklination) in 700 Kilometern Höhe bringen können. Aber auch Orbits in 1.500 Kilometer Höhe sollen erreicht werden können. Maximal sollen etwa 2.200 Kilo Nutzlast gestartet werden können, Möglichkeiten, mehrere Satelliten bei einem Start transportieren zu können, und Kleinstsatelliten mitzunehmen, sind vorgesehen.

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