H2-B-Test erfolgreich

Die neu entwickelte erste Stufe der japanischen Trägerrakete H2-B wurde am Donnerstag im dritten Anlauf erfolgreich getestet. Zuvor gab es nur kleinere Probleme mit der Startanlage.

Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: SpaceflightNow.

JAXA
HTV mit Endstufe
(Bild: JAXA)

Die H2-B ist eine Rakete, die aus der seit 2001 verwendeten H2-A entwickelt wurde. Booster und Zweitstufe wurden übernommen, die Erststufe hat aber einen deutlich größeren Durchmesser. Damit fasst sie mehr Treibstoff und die Rakete kann eine größere Nutzlast in einen Erdorbit transportieren. Als Treibstoff werden in der ersten Stufe flüssiger Wasserstoff und flüssiger Sauerstoff verwendet.

Der Test auf der umgebauten Startanlage 2 in Tanegashima dauerte 10 Sekunden und verlief erfolgreich, ein zweiter ist für Mitte April geplant. Beim Test standen nur Erst- und Zweitstufe auf dem Pad, Oberstufe oder Nutzlast fehlten. Hauptnutzlast der von JAXA und Mitsubishi für umgerechnet etwa 330 Millionen Euro entwickelten Trägerrakete wird zunächst das H2 Transfer Vehicle HTV, das im September seinen Jungfernflug absolvieren soll. Das HTV transportiert Versorgungsgüter und Außenlasten zur Internationalen Raumstation. Insgesamt sind sieben dieser unbemannten Frachtraumschiffe geplant.

Deren Kopplung mit der ISS wird ein Novum darstellen. Zunächst manövriert das HTV, geleitet von GPS-Signalen, mit eigenen Triebwerken in die Nähe der Station und bezieht dort eine stabile Position. Dann wird es vom Stationsmanipulator ergriffen und an einem Common Berthing Mechanism des US-basierten Segments angedockt. Dadurch können mit dem HTV auch Standard-Racks zur ISS transportiert werden, die nicht durch andere Luken passen.

Mitsubishi möchte die schubstarke H2-B-Rakete auch kommerziell vermarkten. Die H2-A hat seit 2001 von 15 Starts, 14 erfolgreich absolviert.

Raumcon:

Nach oben scrollen