Raumfahrer.net im Museum: DTM Berlin
Raumfahrer.net im Museum: DTM Berlin
Astronomie-Meldungen
Raumfahrt-Meldungen
Kurzmeldungen
News-Übersicht
News-Archiv
Alle Meldungen
RSS-Newsfeed
InSpace Magazin

Vierzehntäglich aktuelle Berichte und Meldungen via E-Mail

Autor: Sascha Haupt / 16. November 2011, 21:59 Uhr

Neue Erkenntnisse über Wasser auf Jupitermond Europa

Schon lange geht man davon aus, dass der Jupitermond Europa unter seiner Eiskruste einen großen Wasserozean besitzt. Jetzt haben Forscher einen Hinweis darauf gefunden, dass sogar recht dicht unter der Oberfläche flüssiges Wasser existieren könnte.

Quelle: BBC News, Nature
Druckansicht RSS Newsfeed
Wissenschaftler der Universität Texas und weiterer Institute haben die Verwerfungen und Risse (Lineae) der Eisoberfläche, unter anderem anhand von Daten der Raumsonde Galileo, analysiert und mit Vorgängen auf der Erde, insbesondere in der Antarktis, verglichen. Sie sind zu dem Schluss gekommen, dass wahrscheinlich kleinere „Seen“ etwa 3 km unter der Oberfläche, und damit deutlich über dem großen Ozean, der in 10 bis 30 km Tiefe vermutet wird, existieren. Die Forscher gehen davon aus, dass warmes Wasser aus der Tiefe durch die Eiskruste aufsteigt und die Reservoirs nahe der Oberfläche bildet. Beim Aufsteigen schmilzt das warme Wasser Eis auf, und es bilden sich Risse, die später wieder zufrieren, wobei durch die Ausdehnung Teile der Kruste angehoben werden.

NASA

Bild vergrößernDie Oberfläche von Europa, aufgenommen durch die Raumsonde Galileo
(Bild: NASA)
Dieser neue Befund hat auch Konsequenzen für Astrobiologen, die seit den ersten Anzeichen für flüssiges Wasser auf Europa über Leben auf diesem Mond spekulieren. So könnte es durch das aufsteigende Wasser und die nahe der Oberfläche gelegenen Seen zu einem Austausch von Nährstoffen zwischen höher und tiefer gelegenen Wasserschichten kommen. Flüssiges Wasser so nah an der Oberfläche würde natürlich auch die Erforschung durch Raumsonden erheblich vereinfachen.

Europa ist mit einem Durchmesser von etwa 3.100 km der kleinste der vier Galileischen Monde, besitzt aber eine außergewöhnlich hohe Dichte von ca. 3 g/cm³. Wegen der weiten Entferung zur Sonne und des hohen Albedo-Wertes seiner Eiskruste ist es an der Oberfläche mit höchstens -160 °C zu kalt für flüssiges Wasser.

Europa besitzt vermutlich eine sehr dünne Sauerstoffatmosphäre, die wahrscheinlich durch Aufspaltung von Eis in Wasserstoff und Sauerstoff entstanden ist, wobei der Wasserstoff aber komplett ins All entwichen ist.

Sowohl in Europa, als auch in den USA und in Russland gibt es Konzepte für Raumsondenmisionen zum Jupitermond Europa, von denen die ersten etwa um 2020 starten könnten.

Raumcon-Forum: Verwandte Webseiten
Twitter: @Raumfahrer_netFacebook Seite Dieser Beitrag ist mir etwas wert: Flattr? | Spenden
 
Navigation
Anzeige
Anzeige

Wiederkehr des Mars 3D Film

Info
Der Weg führt durch fahles Licht dunkler Nächte auf der Suche nach Leben auf einer benachbarten Welt.

bestellen

Nach oben Anzeige - Drehbare Himmelskarte © Raumfahrer Net e.V. 2001-2018