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Autor: Hans J. Kemm / 29. Juli 2010, 14:00 Uhr

Sternenhimmel im August

Der Monat August (lat. Augustus) ist der achte Monat des Jahres im gregorianischen Kalender, er hat 31 Tage und wurde im Jahre -8 nach dem römischen Kaiser Augustus benannt, da er in diesem Monat sein erstes Konsulat angetreten hat.

Quelle: eigenes Archiv
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Im August werden die Tage wieder kürzer. Ende des Monats geht die Sonne eine Dreiviertelstunde später auf und eine Stunde früher unter - nur noch etwas mehr als 13 Stunden Sonnenlicht gibt es jetzt. Aber das freut den Spechtler, denn im August gibt es die letzten weißen Nächte. Es wird Anfang August zwar erst nach 23.00 Uhr richtig dunkel - und das nur für ungefähr 5 Stunden, aber dann lassen sich die Sterne wieder gut beobachten. Und die Nächte werden länger, Ende August wird es bereits vor 22.00 Uhr wieder finster.

Wikipedia

Sternbild Kassiopeia
(Bild: Wikipedia)
In klaren Nächten im August ist das Band der Milchstrasse deutlich zu sehen. Es steigt im Süden von den Sternbildern Skorpion und Schütze fast senkrecht nach oben, durch den Schlangenträger, vorbei an Leier und Schwan über Kassiopeia bis zum Sternbild Perseus im äußersten Nordosten. Für Sternengucker mit stärkeren Fernrohren lassen sich hier viele Deep-Sky-Objekte ausmachen.

Besonders empfehlenswerte Beobachtungsobjekte im August sind die Doppelsterne α Andromedae (Sirrah) in Andromeda sowie ζ Ursae Majoris (Mizar) und 80 Ursae Majoris (Alkor) in Großer Bären, die offenen Sternhaufen Messier 11 und NGC 6.633, die Kugelsternhaufen Messier 2, Messier 5, Messier 13, und Messier 92, die Gasnebel Messier 16 (Adlernebel), Messier 17 (Omeganebel), Messier 27 (Hantelnebel) und Messier 57 (Ringnebel) sowie die Galaxien Messier 31 (Andromedanebel), Messier 32, Messier 33 (Dreiecksnebel) und Messier 82.

Das Sternbild Skorpion ist im Süden nicht mehr so gut zu sehen wie zu Sommerbeginn, aber sein typischer Kopf und der rot leuchtende Riesenstern α Scorpio (Antares), 0,91 bis 1,07 mag, stehen noch deutlich über dem Horizont. Der Stachel des Skorpions zeigt sich nur ein wenig, ein Teil bleibt immer unter dem Horizont verborgen. Jetzt im August müssen die Spechtler schnell sein, um dies herrliche Sternbild zu sehen, denn schon ab 23.00 Uhr geht es langsam unter. Interessant ist der Blick auf die Milchstraße südwestlich vom Skorpion. Da zeigt sich der Schütze mit dem hellen ε Sagittarii (Kaus Australis), 1,79 mag, der im August gegen 23.00 Uhr seine höchste Position am Horizont einnimmt. Das Sternbild liegt genau in Blickrichtung auf das Zentrum unserer Galaxie. Noch dominieren die Sternbilder Adler und Schwan. Ihre hellsten Sterne α Aquilae (Atair), 0,8 mag, und α Cygni (Deneb), 1,25 mag, bilden mit Wega im kleinen Sternbild Leier das Sommerdreieck. Die bläulich-weiß schimmernde α Lyrae (Wega) kann man sofort finden: sie ist der hellste aller Sommersterne. Auch Deneb und Atair leuchten so stark, dass der Betrachter das Sommerdreieck schon in der Dämmerung ausmachen kann. Die Spitze mit Atair weist im Sommer immer nach Süden. Bis die Sonne aufgeht, steht das Dreieck hoch am Himmel. Am nordöstlichen Horizont zeigt sich das prägnante leuchtende "W" der Kassiopeia, ein zirkumpolares Sternbild. Der Große Bär begibt sich gerade von Nordwesten aus in Richtung Nordosten, nachdem er in den letzten Monaten immer fast senkrecht über unseren Köpfen stand.

Der innerste Planet Merkur entzieht sich weiterhin unseren Blicken. Venus, Mars und Saturn verabschieden sich vom Abendhimmel. Mars und Saturn sind nur noch zu Monatsbeginn mit bloßem Auge zu finden. Jupiter dagegen wird zum Planeten der ganzen Nacht.

Anfang August wird die Venus während der bürgerlichen Abenddämmerung sichtbar. Anschließend ist sie für rund 1½ Stunden am Abendhimmel zu sehen. Venus zeigt sich im Sternbild Löwe mit der Helligkeit von -4,2 mag bis 22.30 Uhr am westlichen Himmel. Die Venusscheibe ist zu 58% beleuchtet und ihr Durchmesser beträgt 20". Am 13. August bildet der Abendstern gemeinsam mit Mond, Mars und Saturn einen interessanten Anblick in der Abenddämmerung. Mitte des Monats August geht Venus bereits um 22.00 Uhr unter, die Scheibe ist zu 51% beleuchtet und ihr Durchmesser beträgt 23". Am 20. August erreicht die Venus ihre größte östliche Elongation zur Sonne von 45° 58'.

Mars und Saturn zeigen sich nur noch für 1 Stunde im Westen im Sternbild Jungfrau am Abendhimmel. Mars ist 1,5 mag hell, Saturn 1,1 mag. Am 1. August kommt es um 8.30 Uhr zu einem Treffen von Mars und Saturn. Zu dieser Zeit sind die beiden Gestirne nur gerade 1,8° voneinander entfernt. Zur Zeit der größten Annäherung können die Planeten zwar nicht gesehen werden, aber am Abend stehen sie mit 2° Abstand immer noch nahe beisammen. Am 15. August verabschieden sich Saturn und Mars zeitig vom Abendhimmel. Sie sind für 1 Stunde im Westen bis 22.00 Uhr zu sehen. Saturn (1,1 mag) und Mars (1,5 mag) befinden sich im Sternbild Jungfrau in unmittelbarer Nähe der strahlend hellen Venus. Saturn weist eine Winkelentfernung von der Sonne von 42° auf. Durch ein Teleskop sieht der Betrachter nur gering geöffnete Saturnringe mit 3,9° Erhebung. Die Sichtfläche von Saturn zeigt einen Durchmesser von 16". Die rötliche Planetenscheibe von Mars misst 5".

Am 1. August geht Jupiter um 23.00 Uhr im Sternbild Fische im Osten auf. Der -2,7 mag helle Gasplanet kulminiert am 2. August um 5.00 Uhr in 40° Höhe. Die Elongation von Jupiter beträgt 125°. Auf Jupiter kann um 23.45 Uhr der Große Rote Fleck beobachtet werden. Mitte August geht Jupiter um 22 Uhr im Osten auf. Jupiter ist -2,8 mag hell. Teleskope zeigen die 48" große Planetenscheibe. Um 22 Uhr erscheinen die Jupitermonde durch ein Fernglas betrachtet in folgender Reihenfolge um die Jupiterscheibe: Jupiter-Io-Ganymed-Callisto.

Am ersten Tag des Monats August geht der abnehmende Mond erst um 22.30 Uhr auf. Seine Beleuchtung beträgt 70%. Dafür kann er noch nach Sonnenaufgang bis 11.30 Uhr am Morgenhimmel betrachtet werden. Am 10. ist um 5.08 Uhr Neumond. Am 15. August ist der zunehmende Mond um 18.00 Uhr 20° hoch im Süden zu sehen. Er befindet sich im Sternbild Jungfrau, verschwindet um 22.30 Uhr im Westsüdwesten von der Himmelsbühne und ist zu 38% beleuchtet. Der Mond befindet sich am 25. August um 7.35 Uhr in Erdferne mit 406.385 km, daher sehen wir um 19.05 Uhr den kleinsten Vollmond des Jahres mit einem Winkeldurchmesser von 29,4' (geozentrisch).

Am 1. August beginnt um 2.36 Uhr die astronomische Morgendämmerung, die Abenddämmerung endet um 22.51 Uhr. Am 15. August beginnt die astronomische Morgendämmerung erst um 3.34 Uhr und die Abenddämmerung schließt um 22.14 Uhr.

Der Monat August ist der Sternschnuppenmonat. Grund dafür sind die Perseiden, deren maximale Tätigkeit sich zwischen dem 10. und 14. August entfaltet. Helle Objekte um 0 mag und heller sind keine Seltenheit. Das Maximum der Perseiden-Aktivität ist in der Nacht vom 12. auf 13. August zu erwarten. Als schönster und reichster Strom des Jahres bescheren die Perseiden bis zu Hundert Sternschnuppen pro Stunde. Ihren Ursprung führen die Perseiden auf den Kometen 109P/Swift-Tuttle zurück. Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen 22.00 Uhr und 4.00 Uhr morgens. Da am 10. August Neumond ist, gibt es kein Störlicht. Die Perseiden-Sternschnuppen sind mit 60 km/s recht schnelle Objekte. Die im Volksmund auch als Laurentius-Tränen bezeichneten Meteore können fast den gesamten Monat hindurch erkannt werden.

Am 1. August können ab dem späten Abend ganz vereinzelt Sternschnuppen des südlichen Delta-Aquariiden-Meteorstroms über den Himmel huschen. Der Radiant der eher schnellen Sternschnuppen liegt im Sternbild Wassermann. und befindet sich von 23.00 Uhr bis 4.30 Uhr knapp über dem Horizont. In dieser Zeit wird der Himmel leider durch den hellen Mond beleuchtet.

Der Planetoid (8) Flora erreicht am 14. August seine Opposition zur Sonne. Er kann als maximal 8,2 mag helles Objekt im Sternbild Wassermann aufgefunden werden. Flora hat einen Durchmesser von 135 km. Sie besitzt eine relativ helle Oberfläche mit einer Albedo von 0,243. Während der Opposition ist Flora einer der hellsten Asteroiden am Nachthimmel. Perihel – Aphel 1,875 – 2,546 AE.

Der Asteroid (6) Hebe erreicht am 28. August seine Opposition zur Sonne. Er kann als maximal 7,7 mag helles Objekt im Sternbild Walfisch aufgefunden werden. Hebe bewegt sich in 3,7 Jahren auf einer exzentrischen Bahn um die Sonne. Die Bahn ist 14,7° gegen die Ekliptik geneigt, die Bahnexzentrizität beträgt 0,2012. Perihel – Aphel 1,937 – 2,913 AE.

Wikipedia

Sternbild Herkules
(Bild: Wikipedia)
Als Sternbild des Monats betrachten wir Herkules. Es gehört zu den klassischen Sommersternbildern. Bei den antiken Griechen hieß es "Engonasin" (der Kniende). Später wurde das Sternbild mit verschiedenen mythischen Gestalten in Verbindung gebracht, wie Prometheus oder Herakles. Den Namen hat das Sternbild vom römischen Helden Herkules, der auf dem rechten Bein kniend dargestellt ist. In der rechten Hand schwingt er eine Keule, in der Linken hält er Zweige vom Apfelbaum. Herkules steht bei uns meist kopfüber am Himmel, weil seine Beine gegen den Polarstern zeigen.

Das Sternbild Herkules befindet sich am nördlichen Sternhimmel, zwischen Lyra (Leier), Corona Borealis (nördliche Krone), Ophiuchus (Schlangenträger) und Draco (Drache). Im August ist Herkules sehr gut zu sehen, es ist mit ca. 1.225 Quadratgrad das fünftgrößte Sternbild des Himmels. Am auffälligsten ist das Trapez in seiner Mitte. β Herculi, der hellste Stern im Herkules, ist ein gelblich leuchtender Stern der Spektralklasse G8 in 148 Lichtjahren Entfernung. Der altgriechische Name Kornephoros bedeutet Keulenträger. Der Stern wird auch Ruticulus genannt.

α Herculi (Ras Algethi / der Kof des Knieenden ), der dritthellste Stern im Herkules, ist ein Doppelsternsystem in 430 Lichtjahren Entfernung. Der Hauptstern ist ein Roter Riese der Spektralklasse M5, mit dem 500-fachen Durchmesser und der 830-fachen Leuchtkraft unserer Sonne. Seine Oberflächentemperatur ist mit etwa 3.000 Kelvin relativ niedrig. Einen Großteil seiner Strahlung gibt er im Infraroten ab. Der Begleitstern gehört der Klasse G5 an. Das System kann bereits im kleineren Teleskop in Einzelsterne getrennt werden und zeigt einen sehr schönen Farbkontrast. Der Hauptstern leuchtet orangerot, der Begleitstern erscheint grünlich.

Im Herkules befindet sich auch Messier 13. Er gilt als der beeindruckendste Kugelsternhaufen des Nordhimmels, befindet sich in etwa 25.000 Lichtjahren Entfernung und besteht aus ca. 300.000 Sternen.

Eine Besonderheit ist HD 149 026 im Herkules, ein gelber Stern, um den alle 2,87 Tage in 0,046 AE Abstand ein saturngroßer Exoplanet kreist und vom Betrachter aus gesehen einen Transit vollführt. Er hat 36% der Jupitermasse und 72% dessen Durchmessers. Über 50% seiner Masse (etwa 70 Erdmassen) entfallen dabei interessanterweise auf einen festen Kern. Der 250 Lichtjahre entfernte Mutterstern, Spektralklasse G0, spektroskopische Größenklasse 8,15 m, hat 1,3 mSo (Sonnenmassen).

In Richtung Herkules befindet sich der Apex unseres Sonnensystems. Die Sonne mit ihren Planeten bewegt sich, relativ zu ihren Nachbarsternen, mit 20 km/s auf diesen Zielpunkt zu.

Tagesaktuelle Termine und Ereignisse stehen im Astronomiekalender, historische Ereignisse sind im historischer Kalender nachzulesen.

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