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Autor: Thomas Weyrauch / 01. Juni 2012, 15:06 Uhr

Zenit-3SL transportiert Intelsat 19 ins All

Am 1. Juni 2012 brachte eine dreistufige Rakete vom Typ Zenit-3SL den Kommunikationssatelliten Intelsat 19 ins All. Der Start erfolgte um 7.23 Uhr MESZ von Sealaunchs Startplattform "Odyssey" im Pazifik aus.

Quelle: Intelsat, Sealauch, Space Systems/Loral
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Space Systems/Loral (SS/L)

Bild vergrößernAusbalancierter Intelsat 19 im Test beim Hersteller
(Bild: Space Systems/Loral (SS/L))
Intelsat 19 mit einer Startmasse von rund 5.600 Kilogramm wurde von einer Zenit-3SL mit einer auf einer Entwicklung im Rahmen des sowjetischen Mondprogramms aufbauenden Oberstufe vom Typ Block-DM-SL in den Weltraum gebracht. Die erste Stufe mit RD-171-Triebwerk der von Juschnoje in der Ukraine gebauten und aus einem Flüssigkeitsbooster für die sowjetische Schwerlastrakete Energia entwickelten Trägerrakete wurde kurz vor dem Abheben gezündet und brannte nach rund zweieinhalb Minuten aus. Anschließend trug die zweite Stufe mit einem RD-120-Triebwerk und einer Lenktriebwerkseinheit vom Typ RD-8 den Block-DM-SL und die Nutzlast weiter in die Höhe. Während des Betriebs der zweiten Stufe wurde die Nutzlastverkleidung abgeworfen. Rund achteinhalb Minuten nach dem Start war auch die zweite Stufe ausgebrannt und abgetrennt.

Anschließend war es Aufgabe des Block-DM-SL, mit zwei Brennphasen seines RD-58M-Triebwerks, das wie die der Startstufen Kerosin mit flüssigem Sauerstoff verbrannte, die Nutzlast in den vorgesehenen Zielorbit zu bringen. Der neue Erdtrabant für den in Luxemburg ansässigen Kommunikationssatellitenbetreiber Intelsat ist nach dessen Informationen im richtigen Transferorbit angekommen, nachdem er sich von der Raketenoberstufe um 8.23 Uhr MESZ getrennt hatte. Laut Intelsat gelang es, direkt nach dem Aussetzen des Raumfahrzeugs erste Daten von ihm zu empfangen.

Space Systems/Loral (SS/L)

Bild vergrößernIntelsat 19 im All - Illustration
(Bild: Space Systems/Loral (SS/L))
Die Orbitzirkularisierung wird Intelsat 19 mit einem eigenen Triebwerk des Typs R-4D-11 vornehmen. Der von Space Systems/Loral (SS/L) aus Palo Alto in den USA basierend auf der Plattform 1300E gebaute, dreiachsstabilisierte Satellit soll im Geostationären Orbit bei 166 Grad Ost positioniert werden. Dort wird er nach Angaben von Intelsat Nachfolger des von ebenfalls von SS/L hergestellten und am 4. November 1998 gestarteten Intelsat 8 alias PanAmSat 8 (PAS-8). Intelsat will den neuen Satelliten verwenden, um mit seinen 24 C-Band- und 34 Ku-Band-Transpondern den Westen Nordamerikas, Australien, Neuseeland und zahlreiche Inseln im Pazifik sowie Südostasien und Japan mit Bild- und Datendiensten zu versorgen. Die Lebenserwartung von Intelsat 19 liegt bei mindestens 18 Jahren. Am Ende der Auslegungsbetriebsdauer des Satelliten sollen seine beiden Solarzellenausleger eine elektrische Leistung von noch mindestens 15 Kilowatt bereitstellen können.

Intelsat 19 alias IS-19 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 38.356 und als COSPAR-Objekt 2012-030A.

Update:

Intelsat gab noch mit Datum vom 1. Juni 2012 bekannt, dass bisher nur einer der beiden Solarzellenausleger von Intelsat 19 entfaltet werden konnte. Warum der zweite Ausleger sich nicht so verhielt, wie es vorgesehen war, werde derzeit in Zusammenarbeit mit dem Hersteller des Satelliten untersucht. Intelsat 19 befindet sich laut Intelsat weiterhin auf seiner Transferbahn und in sicherem Zustand.

Ein dauerhafter Verzicht auf die Nutzbarkeit eines der beiden Solarzellenausleger würde erhebliche Einbußen bei der Leistungsfähigkeit des Satelliten bedeuten, seinen Betrieb verkomplizieren und die mögliche Einsatzzeit reduzieren.

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