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Autor: Ralf Möllenbeck / 14. April 2011, 20:31 Uhr

ISS-Besatzung begeht Jubiläumstag im All

Nach fast drei Wochen als Drei-Personen-Crew ist die ISS-Mannschaft nun wieder vollständig. Die gemeinsame Arbeit startete planmäßig, da stand schon gleich der erste Höhepunkt auf dem Programm. Die Menschen auf der Erde und im All begingen den „Tag der Raumfahrt“ zum 50. Jahrestag des ersten Menschen im All. Weiterhin wurden die Stationsteile gewartet, Experimente betreut, Fracht transportiert und die kommende STS-134-Mission der Endeavour vorbereitet.

Quelle: NASA, Raumfahrer.net
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NASA

Bild vergrößernAlexander Samokutjajew arbeitet an einem Teil von Matroschka-R
(Bild: NASA)
Kurz nach der Ankunft der drei neuen Mitglieder der Langzeitbesatzung 27 begannen diese auch gleich mit wichtigen Arbeiten. So hatten die beiden russischen Raumfahrer Andrej Borisjenko und Alexander Samokutjajew die Aufgabe, ihr Raumschiff „Gagarin“ zu sichern und in die ISS-Struktur einzubinden. Sie fuhren einige Systeme herunter und installierten externe Lüftung & Heizung. Ein geringer Frachtanteil der Sojus besteht aus zeitnah zu entladenden Gütern. So wurden umgehend nach der Ankunft ein neuer Satz für das Experiment BTKh-29 ZHENSHEN-2 (Ginseng-2) in das Poisk-Modul transportiert, ein neuer Aufbau des BTKh-42-STRUKTURA-Wissenschaftsexperiments (Struktur) entladen und ebenfalls in Poisk eingebaut und eine neue Lieferung für das Strahlungsmessexperiment Matroschka-R entnommen. Die Installation in dem korpusähnlichen System erfolgte sogleich durch die Besatzung. Hier möchte man die Belastung eines menschlichen Körpers durch Energie- und Teilchenstrahlung genauer ermitteln und deren Folgen besser abschätzen. Ronald Garan bereitete währenddessen die Schlafquartiere vor, er rüstete sie mit Schlafsäcken aus und brachte persönliche Fracht in die Kabinen.

Am Donnerstag der letzten Woche durfte die Besatzung, nach den vorangegangen anstrengenden Tagen, etwas Freizeit genießen. Anschließend arbeiteten Andrej Borisjenko und Alexander Samokutjajew im russischen Segment und fuhren fort, Fracht aus Sojus-TMA 21 zu entladen. Ronald Garan hielt sich zu dieser Zeit im amerikanischen Stationsteil auf, wo er die Wasseraufbereitungsanlage (WPA) im Destiny-Modul überprüfte und an den Kühlleitungen im Columbus-Modul arbeitete. Kommandant Dmitri Kondratjew, Paolo Nespoli und Catherine Coleman warteten die amerikanischen und russischen Raumanzüge der Station. So wurden bei den russischen Orlan-MK-Raumanzügen die Batterien geprüft, im Quest-Schleusenmodul die Größeneinstellung der US-Anzüge geändert und Metal Oxide (METOX) Canister erneuert. Diese Kanister entfernen das Kohlendioxid aus der in den Weltraumanzug ausgeatmeten Luft und bereiten den Sauerstoff wieder auf. Gemeinsam mit seinen fünf Kollegen hielt ISS-Kommandant Dmitri Kondratjew eine 1,5-stündige Notfallunterweisung ab. Dabei werden die Rollen und Verantwortlichkeiten bei außergewöhnlichen Notlagen, wie zum Beispiel Feuer an Bord, erörtert und die räumlichen Gegebenheiten besichtigt.

NASA-TV

Bild vergrößernDie ISS-Crew spricht mit Medienvertretern.
NASA

Bild vergrößernCatherine Coleman und Ian Anderson spielen im Duett.
(Bilder: NASA)
Der Beginn dieser Woche stand ganz im Zeichen des „Tag der Raumfahrt“ zum 50. Jahrestag des ersten Menschen im All, Juri Gagarin. Die Besatzung bereitete etliche Pressetermine vor, da am 12. April einige Aufzeichnungen aber auch Live-Schaltungen zu den Feierlichkeiten in Russland, den USA und anderen Ländern geplant waren. Im Vorfeld gab es einen weiteren Höhepunkt, in Gedenken an Juri Gagarin und seinen Flug spielten Catherine Coleman und Ian Anderson, Gründer der Rockband Jethro Tull, ein gemeinsames Duett auf der Flöte. Die Hauptfeierlichkeiten zum „Tag der Raumfahrt“ fanden im Moskauer Kreml, der Stadt Koroljow nahe Moskau und vor Angehörigen des RKK Energija statt. Aber auch an anderen Orten der Welt wurde dieser Tag mit etlichen Events gefeiert. Amerika beging an diesem Tage ebenfalls ein Jubiläum, am 12. April 1981 startete das erste Space Shuttle Columbia mit John Young und Robert Crippen an Bord ins All.

Zum Anlass des „Tag der Raumfahrt“ aktivierten die russischen Besatzungsmitglieder den mit Progress-M 09M angelieferten Mikrosatelliten „Kedr“ innerhalb der ISS. In der Station wurde der Mikrosatellit mit einer 825M3-Orlan-Batterie betrieben, verwendete seinen 430-MHz-Sender und eine externe Antenne. Ursprünglich sollte dieser bei einem Außeneinsatz im Februar ins All entlassen werden und zum 50. Jahrestag des Erstfluges Juri Gagarins 1961 an die 25 Grußbotschaften in 15 Sprachen, etliche Fotos und wissenschaftliche Daten versenden. Dies geschah jetzt aus der Station heraus, „Kedr“ wird nun beim nächsten russischen Ausstieg im Juli seine eigentliche Mission beginnen. Grund für die Verschiebung des Aussetzens war eine unzureichende Batteriekapazität bis zum 12. April 2011.

Der russische Präsident Dmitri Medwedjew sandte seine eigene Glückwunschnachricht an die Mannschaft, als er das Flugleitungszentrum in Koroljow nahe Moskaus besuchte. Während seines Gespräches mit der Besatzung betonte er: „Im Laufe der letzten 50 Jahre könnten wir uns unser Leben ohne Weltraumforschung, ohne Ihre Mission, ohne die Ergebnisse und den praktischen Nutzen Ihrer Arbeit in der Umlaufbahn nicht vorstellen.“ Erneut sendeten die sechs Raumfahrer Worte der Unterstützung und Aufmunterung ihren Kollegen von der japanischen Raumfahrtagentur JAXA, welche Verluste während des Erdbebens und des Tsunamis erlitten hatten.

NASA

Bild vergrößernRonald Garan wartet ARED (Advanced Resistive Exercise Device).
(Bild: NASA)
Nach diesem meist arbeitsfreien Feiertag stellte sich die Stammbesatzung wieder den ganz alltäglichen Dingen. So wurden an dem Universal-Trainingsgerät mit Namen ARED (Advanced Resistive Exercise Device) Wartungs- und Reparaturarbeiten durchgeführt, da das Gerät nach Problemen seit dem Wochenende außer Dienst gestellt war. Ebenso wurde wieder am Wasseraufbereitungssystem (WRS-2) im Rack 2 des Tranquility-Moduls gearbeitet. Catherine Coleman hat dabei eine mit dem ATV-2 angelieferte Filtereinheit ersetzt. Zuvor musste sie allerdings den Schmutzwassertank der Einheit mit einem Kompressor auf ein Niveau von 60 % auffüllen, um ein automatisches Entleeren in die Filtereinheit auszulösen und diese damit zu spülen. Dieser Vorgang wurde mehrmals wiederholt, die Toiletten- und Hygiene-Abteilung WHC (Waste & Hygiene Compartment) stand während dieser Zeit nicht zur Verfügung. Vorbereitend auf die STS-134-Mission der Endeavour wurde der Stationsarm Canadarm2 von der Bodenkontrolle mit dem Mobilen Transporter (MT) von der der Arbeitsseite 2 zur Arbeitsseite 7 bewegt. Um Vibrationen im Gittersegment zu vermeiden, waren die russischen Kontrolltriebwerke der Station bei diesem Vorgang deaktiviert.

Am gestrigen Tag hatte Catherine Coleman die Aufgabe, ein Mikroskop und ein Spektralphotometer des Biolab-Rack in Columbus auszubauen. Beide Instrumente funktionierten nicht mehr und sollen mit der Endeavour für weitere Untersuchungen zur Erde zurückkehren. Weiter gingen die Astronauten zusammen mit der Bodenkontrolle die Liste der Frachttransfers während der STS-134-Mission durch. Sie sprachen ebenfalls mit drei Astronauten der Shuttle-Mission, Mike Fincke, Greg Chamitoff und Andrew Feustel, über deren Außeneinsätze und die dann anstehenden Prozeduren. Auf russischer Seite demontierten Andrej Borisjenko und Alexander Samokutjajew der Robotic-Arm des ROKVISS-Experiments (KONTUR), welcher bei einem russischen Außeneinsatz im November 2010 geborgen wurde. Dieser vom DLR entwickelte Arm dient der Erforschung und Entwicklung moderner Steuerungssoftware und Roboterkomponenten für den Einsatz im All. Jetzt wurde er, mit Unterstützung der Spezialisten am Boden, in Einzelteile zerlegt und für den Rücktransport zur Erde vorbereitet. Die drei Neuankömmlinge Andrej Borisjenko, Ronald Garan und Alexander Samokutjajew verbringen täglich eine Stunde damit, sich an das Leben im All zu gewöhnen und mit der Station vertraut zu werden. In dieser Zeit sind sie von den normalen Stationsaufgaben entbunden.

Mittlere Bahnhöhe der ISS am 14.04.2011:
349,2 km bei einem Höhenverlust von 179 Metern in den letzten 24 Stunden

Zukünftige Ereignisse:
  • 22. April, Progress-M 09M verlässt die ISS
  • 29. April, Progress-M 10M erreicht die ISS
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