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Autor: Axel Orth / 20. Juni 2008, 13:58 Uhr

Phoenix: Weißes Material ist Eis!

Das weiße Material, das Phoenix seit einigen Tagen mit seiner Schaufel freilegt, konnte Eis sein oder vielleicht auch Salz. Jetzt sind sich die Wissenschaftler sicher: Es ist Eis.

NASA/JPL
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NASA/JPL/University of Arizona/Raumfahrer.net

Bild vergrößernDer Boden des Grabens "Dodo-Goldilocks" an Sol 20 und Sol 24: Die würfelgroßen Klumpen sind verdampft, daher muss es sich um Eis handeln. Das Großbild (Lupensymbol rechts) zeigt eine Animation.
(Bild: NASA/JPL/University of Arizona/Raumfahrer.net)
Die rostrote Wüste rund um den Marslander Phoenix ist nur eine wenige Zentimeter dünne Schicht Marssand über einer Schicht aus einem anderen, weißen Material. Phoenix selbst steht auf diesem weißen Material, seine Landetriebwerke haben den roten Staub beiseite geblasen.

Die Wissenschaftler waren zwar nicht sehr überrascht von diesem Befund, da sie Phoenix´ Landestelle anhand von Infrarotbildern des Satelliten Mars Odyssey ja eben gerade in der Hoffnung ausgewählt hatten, mit der Schaufel auf unter"irdisches" Eis zu treffen. Sie vermuteten daher von Anfang an, dass es sich bei dem weißen Material um Eis handelt. Die wissenschaftliche Vorsicht gebietet jedoch, alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, und da kam außer Eis auch Salz in Frage.

Um diese Möglichkeit auszuschließen, wurden die Gräben, die Phoenix seit einigen Tagen mit seinem robotischen Arm zieht, seither regelmäßig beobachtet. Die Forscher sagten voraus, dass das freigelegte, weiße Material Eis sein müsse, wenn es in der Sonne verdampft, und dass es Salz sein müsse, wenn es unverändert liegen bleibt.

Und jetzt steht fest: Es ist Eis! Würfelgroße Brocken des weißen Materials, die am Grund des ältesten, "Dodo-Goldilocks" genannten Grabens lagen, sind innerhalb von etwa vier Sols (Marstagen) komplett verdampft. "Es muss Eis sein", sagte Chefwissenschaftler Peter Smith von der Universität von Arizona. "Diese kleinen Klumpen sind rückstandslos verschwunden, das ist ein perfekter Hinweis auf Eis. Salz ist dazu nicht in der Lage."

Warum verdampft Eis überhaupt auf dem Mars? Auf der Erde tut es das ja auch nicht, sondern bleibt - etwa an den Polen - problemlos Zehntausende von Jahren lang liegen. Auf der Erde ist der Atmosphärendruck aber auch viel höher als auf dem Mars. In der dortigen dünnen Atmosphäre kommt es zur so genannten "Sublimation", das heißt, festes Eis geht dort ohne Umweg über den flüssigen Zustand sofort in Dampf über.

Datenverlust wegen Softwarefehler

Vermutlich durch einen Fehler im Betriebssystem des Bordcomputers gingen am Dienstag dieser Woche wissenschaftliche Daten verloren. Wenn möglich, werden alle Daten nachmittags zur Erde übertragen. Manchmal ist das Datenaufkommen dafür aber zu groß, dann werden die überschüssigen Daten auf dem internen, nichtflüchtigen Flash-Speicher der Sonde gespeichert und erst am nächsten Sol übertragen.

Der Flash-Speicher wird aber auch noch für andere Zwecke genutzt, es werden interne technische Daten der Sonde darauf gespeichert. Normalerweise nehmen diese Daten nicht viel Platz in Anspruch, aber der besagte Fehler hatte dazu geführt, dass bestimmte technische Daten nicht nur einmal, sondern gleich tausendfach abgespeichert worden waren und somit den Platz für wissenschaftliche Daten blockiert hatten. Diese Daten gingen verloren. In der Mehrzahl handelte es sich um nicht übermäßig wichtige Bilder, die auch leicht neu aufgenommen werden können.

"Wir verstehen mittlerweile, was passiert ist, und können den Fehler mit einem Softwarepatch beheben", sagte Projektmanager Barry Goldstein vom JPL. "Unser Drei-Monate-Plan hat 30 Sols Reserve für Pannen wie diese, und wir haben bis jetzt erst einen solchen Reservesol in Anspruch nehmen müssen. Wir liegen also immer noch voll im Zeitplan."

TEGA bekommt es gebacken

Der kleine Ofen Nummer 4 des Instruments TEGA (Thermal and Evolved-Gas Analyzer), der nach einigen Schwierigkeiten doch noch mit Marssand befüllt werden konnte, ist mit der Untersuchung seiner Probe beschäftigt. Diese Untersuchung besteht darin, die Probe in mehreren Abschnitten auf bis zu 1000 Grad Celsius zu erhitzen und die dabei entstehenden Gase zu analysieren. Für einen solchen Zyklus sind mehrere Sols eingeplant. Laut TEGA-Chefwissenschaftler Bill Boynton funktioniert der Ofen hervorragend. Erste vorläufige Ergebnisse lieferten keine Hinweise auf Wasser. Die Untersuchung dieser Probe soll noch einmal wiederholt werden.

 
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