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Autor: Thomas Weyrauch / 23. September 2009, 21:38 Uhr

PSLV-C14 bringt fünf Satelliten ins All

Am Morgen des 23. September 2009 ist die PSLV-C14-Rakete vom Satish Dhawan Space Center (SDSC) in Sriharikota an Indiens Südküste gestartet und hat fünf Satelliten in Umlaufbahnen um die Erde gebracht.

Quelle: EPFL, ISRO, ITU, ohb-technology, TU Berlin, Universität Würzburg
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ISRO

PSLV-C14 auf der Startrampe
(Bild: ISRO)
Nach einem einundfünfzig Stunden dauernden Countdown hob die 44,4 Meter hohe Rakete mit 230 Tonnen Startmasse um 8.21 Uhr MESZ (11.51 Uhr IST) vom Pad Nummer 1 des SDSC ab. Es war der sechzehnte Start vom SDSC. Die erste Stufe wurde beim Flug der PSLV-C14 nicht von zusätzlichen, seitlich angebrachten Boostern unterstützt. Nach dem Aufbrauchen der 138 Tonnen Treibstoffzuladung der ersten Stufe und der Zündung der zweiten, mit flüssigen Treibstoffen (UH25+N2O4) betriebenen Raketenstufe wurde um 8.24 Uhr MESZ in rund 125 Kilometern Höhe die Nutzlastverkleidung abgeworfen. Anschließend trat die dritte Stufe in Aktion, die 7,6 Tonnen festen Treibstoffs verbrannte. In der vierten und letzten Raketenstufe wurden wieder flüssige Treibstoffe (MMH und MON-3) verwendet.

Die Hauptnutzlast, der indische Erdbeobachtungssatellit Oceansat 2 mit einer Startmasse von 960 Kilogramm, wurde schließlich nach einer Gesamtflugzeit von 1.081 Sekunden in einer Höhe von 728 Kilometern über der Erdoberfläche in einer sonnensynchronen Umlaufbahn mit einer Bahnneigung von 98,28 Grad ausgesetzt.

ISRO

Oceansat 2 wird auf die Oberstufe herabgelassen
(Bild: ISRO)
Rund 45 Sekunden später wurden die vier mitfliegenden Nanosatelliten Uwe 2 der Universität Würzburg, SwissCube 1 von der eidgenössischen Polytechnischen Hochschule Lausanne (EPFL, Ecole Polytechnique Fédéral de Lausanne), BeeSat von der Technischen Universität Berlin und ITU-pSat von der Technischen Universität Istambul (ITU, Istanbul Technical University) von ihrer Nutzlasttragstruktur an der vierten Stufe abgetrennt. Fest mit der Raketenoberstufe verbunden blieben Rubin 9.1 und 9.2 von der OHB-System aus Bremen.

Oceansat 2 soll im All den am 27. Mai 1999 gestarteten Oceansat 1 alias IRS-P4 ersetzen. Mit seinem Ocean Colour Monitor (OCM) soll Oceansat 2 das Meer im sichtbaren und im nahen Infrarobereich des Sepkturms beobachten. Im Gigahertzbereich arbeitet das Ku-Band-Scatterometer des Satelliten, um mit seiner sich mit 20 Umdrehungen pro Minute drehenden Antenne die unter dem Satelliten vorbeiziehende Erdoberfläche abzutasten. Außerdem an Bord ist ein ROSA genannter, von der italienischen Weltraumagentur ASI gebauter GPS-Empänger, der für Untersuchungen der Atmosphäre benutzt werden soll. Der Satellit wird von Indiens ISTRAC überwacht und gesteuert, dabei kommen Bodenstationen in Bangalore, Lucknow und Mauritius, im indonesischen Biak, in Svalbard und Tromso in Norwegen sowie in Troll in der Antarktis zum Einsatz. Zur Stromerzeugung stehen dem Satelliten zwei Solarzellenausleger mit einer Fläche von zusammen 15 Quadratmetern zur Verfügung, die eine elektrische Leistung von 1.360 Watt erzeugen können. Zur Speicherung der elektrischen Energie ist der Satellit mit zwei Nickel-Cadmium-Akkumulatoren mit einer Kapazität von jeweils 24 Amperestunden ausgestattet. Oceansat 2 dient der Ozeanografie und insbesondere der Unterstützung des indischen Fischereiwesens.

ISRO

Oceansat 2 - Illustration
(Bild: ISRO)
UWE 2 erreichte als zweiter Satellit des Lehrstuhls für Robotik und Telematik der Universität Würzburg den Weltraum. Aufgabe des Satelliten ist der Test des neu entwickelten Attitude Determination Systems (ADS) im All, außerdem soll der Satellit weiterführenden Experimenten zum Themenbereich „IP in space“ dienen. Erste Signale von UWE 2 wurden in Kalifornien empfangen, und als der Satellit Würzburg überflog, konnte die Bodenstation der Universität Daten vom Satelliten auffangen und dekodieren.

SwissCube ist der erste vollständig in der Schweiz entwickelte Satellit und hat bei einem Volumen von rund einem Liter weniger als ein Kilogramm Masse. Er hat die Form eines Würfels, die Kantenlänge beträgt 10 Zentimeter. Die Eidgenössische Polytechnische Hochschule Lausanne nennt als Zeitpunkt seines Aussetzens 8.41 Uhr MESZ. Während des zweiten Überflugs der Schweiz gelang es, via Bodenstaion Fribourg Telemetriedaten zu empfangen.

ISRO

Die weiteren Passagiere von PSLV-C14: CS 1 = Uwe 2, CS 2 = Beesat, CS 3 = ITU-pSat, CS 4 = SwissCube.
(Bild: ISRO)
BeeSat steht für Berlin Experimental and Educational Satellite, auf Deutsch etwa Berliner Experimental- und Ausbildungssatellit. Auch Beesat ist würfelförmig und weist eine Kantenlänge von 10 Zentimetern auf. Seine Masse liegt bei unter einem Kilogramm. Beesat wurde nach Angaben der Technischen Universität Berlin exakt um 8:40:31 Uhr MESZ ausgesetzt. Während der Satellit das erste Mal nach seinem Start gegen 11.30 Uhr MESZ über Berlin hinwegzog, konnten erfolgreich Telemetriedaten empfangen werden. Mit Beesat soll vor allem der erfolgreiche Einsatz von nur münzgroßen Drallrädern demonstriert werden. Ein entsprechendes Rad hat die Dimensionen von 20 auf 20 auf 15 Millimeter.

ITU-pSat ist ein Ausbildungssatellit, der insbesondere das Wissen über und die Erfahrung mit Satellitensystemen in der Türkei ausbauen helfen soll. Ein erstes Signal des Satelliten mit einer Masse von einem Kilogramm wurde von der Polytechnischen Universität Kalifornien aufgefangen.

RUBIN 9.1 und RUBIN 9.2, jeweils mit einer Masse von acht Kilogramm, haben vor allem die Aufgabe, weiterführenden Tests für das Automatische Identifikationssystem (AIS) für Schiffe zur Verfügung zu stehen. RUBIN 9.1 wurde von einem Tochterunternehmen der OHB Technology AG, der LUXSPACE Sàrl, Luxemburg, entwickelt. Er enthält einen AIS-Receiver der ersten Generation, dessen Auffassung der von Schiffen gesendeten Daten zu Position, Zielhafen und Ladung des Schiffes sowie deren Zurücksenden zum Erdboden getestet werden soll. RUBIN 9.2, eine Gemeischaftsentwicklung von OHB-System AG und der Hochschule Bremen, ist dazu gedacht, die bereits mit RUBIN 7 und 8 durchgeführten AIS-Experimente fortzuführen. Er ist mit dem am 28. April 2008 auf der PSLV-C9 gestarteten RUBIN 8 baugleich.

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