ALOS abgeschrieben

Wie bereits befürchtet war es nicht mehr möglich, den japanischen Erdbeobachtungssatelliten ALOS noch einmal in einen nützlichen Betriebszustand zu versetzen. Jetzt hat die japanische Agentur für Luft- und Raumfahrtforschung JAXA offiziell das Ende der Mission des Satelliten bekanntgegeben.

Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: JAXA.

JAXA
ALOS im Einsatz über der Erde – Illustration
(Bild: JAXA)

Rund drei Wochen lang hatten Spezialisten versucht, wieder die Kontrolle über ALOS zu bekommen. Es gelang jedoch nicht, den Satelliten noch einmal anzusprechen, dessen Akkumulatoren sich nach einem Fehler im System zur Stromerzeugung am 2. April 2011 entladen hatten.

ALOS war am 24. Januar 2006 auf einer Trägerrakete vom Typ H-IIA vom Tanegashima Space Center im Süden Japans aus ins All transportiert worden. Aus rund 700 Kilometern Höhe über der Erdoberfläche auf einer polaren Bahn kreisend lieferte der Satellit dann über seine konstruktive Auslegungsbetriebsdauer von drei Jahren hinaus Daten, was man erhofft und erwartet hatte. Auf eine fünf Jahre dauernde Mission hatte man sich eingerichtet.

Während seines Einsatzes nahm ALOS zum Zwecke der Kartierung und bei der Beobachtung von Naturkatastrophen über 6.500.000 Bilder von der Erde auf. Ein Teil von ihnen entstand unmittelbar im Zusammenhang mit etwa 100 größeren Katastrophen, bei deren Bewältigung die Bilder helfen sollten.

Für nach dem Erdbeben in der südwestchinesischen, am Rand einer Überschiebungszone zweier Kontinentalplatten liegenden Provinz Sichuan im Jahr 2008 mit Daten von ALOS generiertes Material erreichte die japanischen Betreiber des Satelliten der Dank aus China. Nach dem Erdbeben in Japan im März 2011 nahm ALOS rund 400 Bilder auf, die zehn japanischen Präfekturen beim Katastrophenmanagement halfen.

Zahlreiche Reliefkarten konnten dank der Daten von ALOS überarbeitet werden. Unter den rund 25.000 revisionierten Karten des japanischen nationalen geographischen Instituts sind auch solche des afrikanischen Kontinents.

ALOS alias DAICHI ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 28.931 bzw. als COSPAR-Objekt 2006-002A. ALOS steht für Advanced Land Observing Satellit und bedeutet schlicht fortschrittlicher Erdbeobachtungssatellit. Den Eigennamen DAICHI bekam der Satellit nach dem Start, übersetzt ins ins Deutsche steht er für Erde oder Boden.

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