AMC 14 weiter auf Wanderschaft

Der Mitte März gestartete Fernsehsatellit kommt langsam dem geostationären Orbit näher, hat aber noch ein gutes Stück vor sich.

Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: Starttabellen von Raumfahrer.net.

Wenn man sich die Bahndaten der in diesem Jahr gestarteten Satelliten genauer betrachtet, so bemerkt man rasch, dass einige davon den geostationären Orbit noch nicht ganz erreicht haben. Meist weicht die Bahnneigung um einiges vom Idealwert Null ab, was natürlich auch Empfangsprobleme nach sich ziehen kann. AMC 14, der für SES Americom gebaut wurde, ist ein Paradebeispiel dafür.
Gestartet am 14. März mit einer Proton-Trägerrakete und Briz-Oberstufe gelangte er wegen eines vorzeitigen Abschaltens der Oberstufe nicht in seinen Zielorbit. Die Bahnparameter waren zunächst 771 x 26.449 km bei 49,2° Bahnneigung. Daraufhin hatte man die Lage genau analysiert und im Mai mehrere größere Korrekturmanöver mit dem Antrieb des Satelliten ausgeführt. So gelangte AMC 14 (in mindestens fünf Etappen) auf eine Bahn mit 19,4° Bahnneigung und einer Höhe zwischen 16.859 und 35.594 km.

In den letzten Wochen nun hat man möglicherweise die Gravitation des Mondes dazu genutzt, die Bahn ohne großen Treibstoffeinsatz weiter zu verändern. Durch viele kleine “Schritte” umläuft der bisher verhinderte Fernsehsatellit die Erde nun auf einer Bahn mit 26.424 x 36.140 km Höhe bei 16,2° Inklination. Ob der Satellit jedoch die geostationäre Bahn erreicht und wie lange er mit verminderten Treibstoffvorräten dort eingesetzt werden kann, ist wohl nicht absehbar. Es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass die russischen Techniker AMC 14 nur für Übungszwecke für derartige Manöver verwenden.

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