Astra 5a in freier Drift: Lageregelung gestört

Der Hersteller des Satelliten, die heutige Thales Alenia Space, gab am 21. Januar 2009 bekannt, dass der Grund für die Entscheidung, die Mission des Satelliten zu beenden, ein Ereignis war, das zu einer Störung der Lageregelung des Satelliten führte.

Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: Thales Alenia Space, space.com.

Am 16. Januar 2009 hatte die Nutzerin des Satelliten, die Luxemburger Unternehmung SES Astra, bekannt gegeben, dass die Mission des Satelliten beendet sei (raumfahrer.net berichtete). Der am 12. November 1997 gestartete Satellit hätte laut Thales Alenia Space (TAS) eine Lebensdauer von minimal 12 Jahren erreichen sollen. Nach nun etwas mehr als 12 Jahren im All ist der Satellit nicht mehr dauerhaft zur Sonne auszurichten. Bei den Versuchen, eine solche Ausrichtung zu erreichen, wurden nicht unerhebliche Mengen Treibstoff verbraucht und die Akkumulatoren des Satelliten entladen. SES hatte erwartet, den Satelliten 15 Jahre betreiben zu können.

Für einen Ladezustand der Akkumulatoren, der einen sicheren Betrieb des Satelliten ermöglicht, ist eine stabile Ausrichtung des Satelliten, bei der seine Solarpaneele ausreichend beschienen werden, notwendig. Eine entsprechende Position stabil zu halten, ist jetzt jedoch offenbar nicht mehr möglich.

Was genau zur Störung des Lageregelungssystems geführt hat, werde noch untersucht, ebenso die Frage, ob die Störung im Zusammenhang mit einem vorübergehenden Kontrollverlust im Oktober 2008 steht. Arbeitsgruppen von Thales Alenia Space, SES und des Kontrollzentrums der Swedish Space Corporation (SSC) verfolgten die Bahn des Satelliten und bemühten sich, jede nur mögliche Sicherheitsmaßnahme anzustoßen, teilte TAS mit.

space.com berichtete am 23. Januar 2009, dass die Bodenkontrolle hinsichtlich einer Möglichkeit, noch einmal eine ausreichende Kommunikation mit dem Satelliten aufbauen zu können, um ihn in einen Friedhofsorbit zu steuern, pessimistisch sei. Signale, die vom Satelliten empfangen würden, deuteten darauf hin, dass der verbliebene Treibstoff an Bord ausreichen würde, um den Satelliten in einen Friedhofsorbit in 300 Kilometern Abstand zu schicken, wenn man denn die Kontrolle über den Satelliten wiedergewinnen würde. Astra 5a, dessen Sonnensensor versagt habe, soll seine Position bei 31,5 Grad Ost im geostationären Orbit verlassen haben und drifte seitdem ostwärts.

Intelsat, Betreiber der Satelliten Galaxy 11 an einer Position bei 32,8 Grad Ost und Intelsat 802 bei 32,9 Grad Ost, sei von SES bereits über die Situation informiert worden. Erste Analysen zeigten, dass man Galaxy 11 nicht aus dem Weg von Astra 5a wird steuern müssen. Mit Intelsat 802 könnte aber ein Ausweichmanöver notwendig werden.

Weiter östlich stehen drei Satelliten von Eutelsat bei 33 Grad Ost sowie bei 36 und bei 36,1 Grad Ost. Nach Angaben von Eutelsat seien vorerst keine Ausweichmanöver beabsichtigt.

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