BepiColombo: Weitere Tests mit dem Strukturmodell

In Vorbereitung auf den Bau des eigentlichen Raumschiffes wurden im ESTEC in den Niederlanden die Masseeigenschaften des Strukturmodells getestet. Dazu wurden alle vier Komponenten erstmals zusammengesetzt.

Ein Beitrag von Simon Plasger. Quelle: ESA.

ESA/Anneke Le Floc'h
Die Sonde auf dem Teststand
(Bild: ESA/Anneke Le Floc’h)

Nachdem im Juni bereits der MPO (Mercury Planetary Orbiter) ausgemessen wurde, folgte nun die gesamte Flugkonfiguration von BepiColombo, bestehend aus der Transferstufe (Mercury Transfer Module, MTM), dem MPO, dem MMO (Mercury Magnetospheric Orbiter) und dem Sonnenschild (Magnetospheric Orbiter Sunshield and Interface Structure, MOSIF). Dazu wurden alle vier Komponenten im Reinraum „Hydra“ im ESTEC (European Space Research and Technology Centre) zusammengesetzt und anschließend die gesamte Masse sowie Schwerpunkt und Trägheitsmoment für alle Achsen bestimmt.

Ein interessantes Detail war dabei, dass zuerst die drei Komponenten MTM, MPO und MMO verbunden und aufgerichtet wurden und anschließend das Sonnenschild angebracht wurde. Dies liegt daran, dass die gesamte Konstellation nur an den Greifpunkten am MPO hochgehoben werden kann, welche durch das Sonnenschild verdeckt werden. Die Punkte am MMO sind nur dafür ausgelegt, diesen alleine zu tragen.

ESA
Die Komponenten von BepiColombo
(Bild: ESA)

Nach den abgeschlossenen Massenbestimmungen werden nun in den nächsten Wochen Vibrationstest mit der auch MCS (Mercury Composite Spacecraft) genannten Zusammensetzung durchgeführt. Diese sollen sicherstellen, dass BepiColombo die beim Start auftretenden Belastungen übersteht.

BepiColombo soll im August 2015 auf einer Ariane 5 in Richtung Merkur starten und im Januar 2022 dort ankommen. Dort sollen dann verschiedene, wissenschaftliche Untersuchungen ausgeführt werden. Die Mission ist ein Gemeinschaftsprojekt der Weltraumagenturen ESA (Europa) und JAXA (Japan).

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