Besatzung von Sojus-TMA 17 gelandet

Heute morgen ist die Rückkehrkapsel des Raumschiffs Sojus-TMA 17 in der kasachischen Steppe gelandet.

Ein Beitrag von Günther Glatzel und Ralf Möllenbeck. Quelle: Roskosmos, Raumcon, NASA. Vertont von Peter Rittinger.

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Die Sojus entfernt sich vom Heck der Station. Im Hintergrund ist der Mond zu erkennen.
(Bild: NASA-TV)

Mit der Landung von Oleg Kotow, T. J. Creamer und Soichi Noguchi gegen 5:25 Uhr MESZ im vorhergesehenen Gebiet östlich von Baikonur wurde die ISS-Expedition 23 erfolgreich beendet. Die Raumfahrer waren am Abend des 20. Dezembers 2009 zur Internationalen Raumstation aufgebrochen und verbrachten insgesamt 163 Tage im All.

Gestern Abend hatten die Raumfahrer ihre Sokol-Fluganzüge für die Rückkehr angelegt und gegen 22:54 Uhr MESZ die Luken zur ISS geschlossen. Nach der Überprüfung des hermetischen Abschlusses koppelte das Sojus-Raumschiff mit Kommandant Oleg Kotow an den Kontrollen um 2:04 Uhr MESZ vom Heck der Station ab und entfernte sich langsam von dieser. Die ISS befindet sich während dieses Manövers im freien Flug, um den Ablegevorgang nicht durch automatische Lagekorrekturen zu beeinflussen.

Gegen 4:34 Uhr MESZ erfolgte die Zündung der Triebwerke zum Abbremsen des Raumschiffes für 4 Minuten und 21 Sekunden. Damit wurde Sojus-TMA 17 soweit verlangsamt, dass der erdnächste Punkt seiner Umlaufbahn innerhalb der Erdatmosphäre liegt. Um 4:58 Uhr MESZ wurden in 140 Kilometern Höhe Orbitalteil, Landekapsel und Serviceteil voneinander getrennt.

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Die Bremstriebwerke zünden.
(Bild: NASA)

Während Orbitalteil und Serviceteil weitgehend verglühen, ist die Landekapsel an der Unterseite mit einem Hitzeschutzschild versehen, welcher in sieben Kilometern Höhe abgeworfen wird. Die Kapsel wurde durch den Luftwiderstand und danach durch einen kleinen Bremsfallschirm auf eine Geschwindigkeit von etwa 350 km/h verzögert.

Anschließend öffnete sich der große Hauptfallschirm, der für eine weitere Verlangsamung auf ungefähr 21 km/h sorgte. Unmittelbar vor dem Aufsetzen zündeten zudem sechs Bremstriebwerke, um den Aufprall weiter zu dämpfen. Die Geschwindigkeit der Landekapsel beträgt im Moment des Aufsetzen noch ca. 10 km/h.

Da die Landung im vorgesehenen Gebiet erfolgte, waren die Bergungsmannschaften mit Hubschraubern und Bergungsfahrzeugen schnell vor Ort und die Raumfahrer bereits 20 Minuten nach der Landung an der frischen Luft. Von Ärzten und Betreuungspersonal umgeben, auf speziellen Sitzen und in Decken eingehüllt wurden erste medizinische Werte geprüft.

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Oleg Kotow, T.J. Creamer und Soichi Noguchi reichen sich die Hände
(Bild: NASA-TV)

Als nächstes bekamen die Raumfahrer Äpfel zu essen, eine traditionelle Willkommensgeste. Dabei lächelten sie, gaben sich die Hände und und zeigten „Daumen nach oben“ in die Kameras. In einem in der unmittelbaren Nähe errichteten Zelt wurden die drei Rückkehrer von ihren Sokol-Fluganzügen befreit und weiter medizinisch untersucht.

Oleg Kotow, T.J. Creamer und Soichi Noguchi befinden sich in einem guten und stabilen Zustand und wurden per Hubschrauber von der Landestelle abtransportiert. Nach einer Eingewöhnungszeit trennen sich die Wege der drei Raumfahrer, während Oleg Kotow in das russische Kosmonauten-Ausbildungszentrum nahe Moskau zurückkehrt, reisen T.J. Creamer und Soichi Noguchi mit einem NASA-Flugzeug direkt nach Houston, USA.

Die Höhepunkte ihrer Langzeitmission waren die An- und Abflüge von drei Progress-Transportern, der Abflug von Sojus TMA-16, die Ankunft von Sojus TMA-18, drei Space-Shuttle Missionen und die Montage der neuen Stationsmodule Tranquility, Cupola und Rasswjet.

Raumcon:

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