Bühne frei für Hubble – den Allrounder

Unbemannte und bemannte Mond-Missionen stehen auf den Plan, jedoch fehlt jedem noch der entsprechende Landeplatz. Hubble soll Abhilfe schaffen

Ein Beitrag von Martin Ollrom. Quelle: Hubble.

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So sieht das Hubble Teleskop unseren Trabanten (Bild: Hubble/NASA)

Die NASA hat das Hubble Teleskop nun zum Mond gerichtet um potenzielle Landestellen besser zu finden. Hubble ist empfindlich gegen ultraviolettes Licht das sich von der Mondoberfläche durch diverse Metalle spiegelt. Dies lässt die Forscher erkennen wo viele Metalle sind und wo man gar nicht mit Metallen zu rechnen braucht. Für Hubble ist der Mond fast schon zu nahe um sein ganzes Potenzial auszuspielen, denn die Auflösung ist nur 50-100 Meter pro Pixel weswegen es auch keinesfalls die Apollo Landegeräte erkennen könnte. Die Suche nach Metallen wurde erstmals mit dieser Methode durchgeführt. Ein eigentlicher Hubble-Nachteil hat den Forschern diese Art erlaubt, denn das Hubble Teleskop ist sensibel und anfällig auf ultraviolettes Licht. Dies nutzten die Forscher eiskalt aus, da sie wussten, dass Metalle auf der Mondoberfläche ein solches Licht reflektieren würden. Seit man weiß das der Mond keine Atmosphäre und keine Luft (Sauerstoff) zum atmen besitzt, sind solche Metalle wie Eisen, Titanium usw. Voraussetzungen für eine längerfristige Präsenz der Menschen am Mond. Diese Metalle sind potenzielle Quellen für Sauerstoff zum Atmen oder fürs Starten von Raketen.
Die Hubble Bilder sind die ersten ultravioletten Bilder vom Mond und obwohl das Hubble Teleskop eigentlich gar nicht ein ultraviolettes Teleskop ist. Anhand dieser Bilder können Forscher nun herausfinden wo welches Metall in der Mondkruste ist. Anhand dieser Daten und weiterer Daten von solchen Forschungen werden dann die Ziele für Roboter beziehungsweise für den nächsten Mondflug der Menschen gewählt. „Das ist ein großer Erfolg für die NASA und für das gesamte Hubble Team, denn das Hubble Teleskop ist nicht dafür ausgelegt den Mond zu beobachten“, sagt Jennifer Wiseman, Programmentwicklerin für das Hubble Teleskop im NASA Hauptquartier. „Die Bilder geben Aufschlüsse über geologische Aktivitäten am Mond und werden Grundlage für zukünftige Missionen zum Mond sein.“

Hubble fotografierte mit dieser Technik mehrere Krater und die Apollo 15 und Apollo 17 Landestellen, natürlich ohne jede Chance die Geräte selbst zu fotografieren. Apollo 15 beziehungsweise Apollo 17 haben jeweils Gesteinsproben mit zurück auf die Erde gebracht. Die Forscher vergleichen nun die Steine von diesen Missionen mit den gewonnenen Informationen über die Erdzusammensetzung an der Landestelle. Mehrere Roboter Missionen sind geplant um in geologisch interessante Regionen vorzudringen, welche vorher noch nie von Menschen beziehungsweise anderen Robotern besucht wurden. Die Kraterböden wurden ebenfalls genauer unter die Lupe genommen. Man wollte schauen ob etwas tiefer der Boden vielleicht sauerstoffhaltig ist. Tatsächlich fand man Anzeichen dafür, dass sich in unteren Schichten (meist in Kratern) sauerstoffhaltiger Boden existiert. Das wird wohl erst durch einen Roboter oder durch eine bemannte Mission bewiesen werden können.

Diese Funde und Entdeckungen, ja eigentlich diese gesamte Art den Mond zu erforschen, sind komplett neu. Das Hubble Teleskop zeigt auch außerhalb seines eigentlichen Kompetenzbereichs bessere Leistungen als so manches Teleskop das auf ultraviolettes Licht spezialisiert ist. Mit Hubbles Hilfe werden die Forscher sicherlich gute und geeignete Landestellen für Roboter und schlussendlich auch für eine bemannte Mondbasis…

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