Deutschland will optische Aufklärungssatelliten

Deutschland erwägt die Einrichtung eines Systems von eigenen optischen Aufklärungssatelliten, um die Abhängigkeit von Frankreich zu reduzieren.

Ein Beitrag von Tobias Willerding. Quelle: SpaceNews.

Die Bundesregierung überlegt, eigene deutsche Aufklärungssatelliten im optischen Wellenlängenbereich zu starten, um die Abhängigkeit von Frankreich zu reduzieren. Zur Zeit gibt es ein Abkommen zwischen Deutschland und Frankreich, was den Austausch von Informationen vorsieht. Frankreich bekommt Zugriff auf die Bilder des deutschen SAR-Lupe-Satellitenaufklärungssystems der Bundeswehr, das im Radarbereich arbeitet, und Deutschland darf auf das französische Helios-System zugreifen, was im optischen Bereich arbeitet.
Das geplante deutsche High-Resolution Optical System, kurz Hi-ROS, soll aus zwei bis drei 820 kg schweren Satelliten bestehen, welche eine Bodenauflösung von bis zu 50 cm erzielen sollen. Weiter soll es möglich sein, neue Bildanforderungen bis zu 45 Minuten vor Überflug des Zielgebietes an den Satelliten zu senden und die Aufnahmen sollen eventuell bereits Minuten später bei der Bodenstation ankommen, falls man sich für die Datenübertragung mittels eines geostationären Satelliten entscheidet. Deutschland wirbt momentan für eine Finanzierung des European-Data-Relay-Satellite-Systems, welches dies möglich machen könnte.
Allerdings ist noch unklar, wie die neue Bundesregierung zu dem Projekt steht. Unterstützt wird es vom Bundesnachrichtendienst, jedoch scheint die Unterstützung der Bundeswehr noch nicht sicher.

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