Discovery dockt von der Raumstation ab

Nach acht Tagen gemeinsamer Arbeit hat das Space Shuttle Discovery gestern um 21:26 Uhr MESZ die Raumstation wieder verlassen.

Ein Beitrag von Thomas Pallmann. Quelle: Nasa.

Der 12. Flugtag begann für die Besatzung der Discovery gestern um 17:00 Uhr MESZ mit dem Lied „Beautiful Day“ von U2. Das Lied wurde Missionsspezialist Tim Kopra gewidmet.

NASA-TV
Die Discovery entfernt sich von der Station.
(Bild: NASA-TV)

Direkt nach dem Weckruf begannen die Besatzungen auf beiden Seiten der Luke mit den Vorbereitungen für das Ablegen des Space Shuttle. Der Andockmechanismus wurde noch einmal auf seine korrekte Funktionsweise untersucht und die Station in die richtige Orientierung gebracht, bevor die Besatzung des Orbiters die Kommandos sandte, damit sich die beiden Raumfahrzeuge voneinander lösten.

Aufgrund des Verlustes der VERN-Fähigkeit des Space Shuttle musste die Besatzung das Ablegemanöver mit den größeren Steuerdüsen des Reaction Control System durchführen. Dies führte zu einigen Vorsichtsmaßnahmen auf der Seite der Raumstation. Anstatt der üblichen vier Solarpaneele wurden diesesmal sechs von den insgesamt acht Paneelen in Segelstellung gebracht. Dies sollte verhindern, dass die größere Abgasfahne der Steuerdüsen die Paneele beschmutzt und diese so in ihrer Funktion stört.

Nachdem das Space Shuttle sich erfolgreich von der Station gelöst und sich auf eine Entfernung von ca. 182 Meter begeben hatte, initiierte Shuttlepilot Kevin Ford den sogenannten Fly-Around um die Raumstation. Diese Umrundung der Raumstation gab der Besatzung des Space Shuttle Gelegenheit detaillierte Foto- und Videoaufnahmen von der ISS anzufertigen und ihren Zustand zu dokumentieren.

NASA-TV
… auf dem Heimweg.
(Bild: NASA-TV)

Nach Abschluss des Fly-Around zündeten die Steuerdüsen des Orbiters ein weiteres Mal und trennten die beiden Raumfahrzeuge endgültig voneinander. Sofort begann die Besatzung damit, sich auf den letzten Abschnitt der Mission zu konzentrieren. Auf dem Zeitplan stand die routinemäßige späte Inspektion des Hitzeschildes des Orbiters mithilfe des Orbiter Boom Sensor Systems (OBSS). Diese Untersuchung wird durchgeführt um auszuschließen, dass das Hitzeschild während des Aufenthalts im All durch Mikrometeoriten oder Weltraumschrott beschädigt wurde. Die bei der Inspektion gewonnenen Daten wurden an die Bodenkontrolle gesandt, wo sie von den Experten des Damage Assessment Teams ausgewertet werden.

Die Besatzung der Internationalen Raumstation richtet ihre Aufmerksamkeit nun auf den Start des japanischen Weltraumtransporters H-II. Das unbemannte HTV soll am Donnerstag um 19:01 Uhr MESZ vom japanischen Startplatz in Tanegashima zu seinem Jungfernflug aufbrechen und wird eine Woche später vom Roboterarm der Raumstation aufgegriffen werden und an die Raumstation festgemacht.

Raumcon:

Nach oben scrollen