Erdbeben behindert Arbeiten an Astro-H

Die Arbeiten am japanischen Astronomiesatelliten Astro-H könnten sich nach dem Erdbeben in Japan im März 2011 verzögern, gab der Leiter der Division für Astrophysik der US-amerikanischen Raumfahrtagentur NASA Jon Morse bekannt.

Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: Space News. Vertont von Peter Rittinger.

NASA/GSFC
Astro-H im All – Illustration
(Bild: NASA/GSFC)

Verschiedene Einrichtungen in Japan erlitten unterschiedliche Beschädigungen, Infrastruktur wurde zerstört und einige Stellen sehr hart getroffen, sagte Morse auf einer Konferenz am 7. April 2011.

Astro-H wäre der sechste Satellit in einer Serie von Raumfahrzeugen der japanischen Agentur für Luft- und Raumfahrtforschung JAXA für astronomische Beobachtungen und soll unter anderem ein für weiche Röntgenstrahlung empfindliches, von der NASA beigesteuertes Instrument tragen. Das SXS für Soft X-ray Spectrometer genannte Teleskop kostet rund 44 Millionen US-Dollar und ist eine Entwicklung des Goddard-Zentrums für Weltraumflug (GSFC) in Greenbelt, Maryland.

NASA/GSFC
Diagramm mit den Hauptkomponenten von Astro-H
(Bild: NASA/GSFC)

Ursprünglich war vorgesehen, dass Astro-H im Jahr 2013 auf einer H-2A-Rakete vom Weltraumzentrum Tanegashima aus ins All gebracht werden würde. Jetzt geht man laut Morse von einem Start Anfang 2014 aus. Ende Juni 2011 soll der sogenannte critical design review für das SXS erfolgen, bei dem die endgültige Konfiguration des Instruments festgelegt wird.

Wenn das voraussichtlich rund 2,4 Tonnen schwere Raumfahrzeug mit SXS und weiteren Beobachtungsinstrumenten erst einmal in etwa 550 Kilometern Höhe um die Erde kreist, wird es Wissenschaftlern eine neue Durchmusterung des Himmels im Bereich der weichen und harten Röntgen- sowie der weichen Gammastrahlung ermöglichen.

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