INSAT-3D und GSAT-7 fliegen auf Ariane 5

Am 17. Oktober 2012 gab Arianespace bekannt, von der Indischen Weltraumforschungsorganisation (ISRO) mit dem Start des Wettersatelliten INSAT-3D und des Kommunikationssatelliten GSAT-7 beauftragt worden zu sein.

Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: Arianespace, ISRO. Vertont von Peter Rittinger.

ESA/D. Ducros
Ariane 5 kurz nach dem Abheben – Illustration
(Bild: ESA/D. Ducros)

INSAT-3D wartet schon geraume Zeit auf eine Transportmöglichkeit in den Weltraum. Die ISRO hatte ursprünglich gehofft, INSAT-3D auf einer eigenen Rakete vom Typ GSLV Mk-II ins All bringen zu können. Auch GSAT-7 alias INSAT-4F sollte älteren Planungen zufolge nach einem Start im Jahre 2010 auf einer GSLV-Rakete längst um die Erde kreisen. Nachdem die ISRO fortgesetzt Schwierigkeiten bei der Entwicklung eines zuverlässigen Trägers für Nutzlasten, welche für den Geostationären Orbit bestimmt sind, hat, greift sie nun erneut auf die bewährten Kapazitäten von Arianespace zurück.

Im Rahmen der Bekanntmachung des Auftrags informierte Arianespace auch darüber, dass die hinsichtlich des Starts der indischen Satelliten getroffene Vereinbarung eine Option über den Start von zwei weiteren Satelliten enthalte. Welche indischen Satelliten letztere sein könnten, teile Arianespace nicht mit. Nach Angaben von Arianespace ist jedenfalls geplant, INSAT-3D und GSAT-7 in der zweiten Hälfte des Jahres 2013 auf Ariane-5-Raketen zu starten.

Der auf dem indischen Satellitenbus I-2K bzw. I-2000 basierende INSAT-3D soll insbesondere meteorologische Aufgaben erfüllen. Dafür besitzt er eine Beobachtungsnutzlast mit der Bezeichnung MET. Diese wiederum ist mit einem sechs-kanalig ausgelegten Radiometer sehr hoher Auflösung und der entsprechenden Bezeichnung VHRR für Very High Resolution scanning Radiometer ausgestattet. Seine Auflösung beträgt rund einen Kilometer im Bereich des sichtbaren Lichts und im nahen Infraroten. Im Bereich des mittleren Infrarot wird eine Auflösung von vier Kilometern erreicht, bei der Beobachtung von Wasserdampf eine Auflösung von acht Kilometern. Zusätzlich gibt es ein neunzehn-kanaliges Sondierungsinstrument mit einer Masse von rund 153 Kilogramm und einem Energieverbrauch von unter 100 Watt, welches insbesondere der Ermittlung der Wolkenbedeckung während der Tagesstunden dienen soll. Achtzehn seiner Kanäle decken den Infrarot-Bereich ab, einer ist dem sichtbaren Licht gewidmet. Die maximal erreichbare Auflösung liegt bei zehn Kilometern.

Außerdem befinden sich Systeme zum Empfangen und Weiterleiten von meteorologischen, hydrologischen und ozeanographischen Daten, DRT für Data Relay Transponder genannt, an Bord von INSAT-3D. Mit ihrer Hilfe können die von automatischen Datensammeleinheiten, z.B. von Bojen, an den Satelliten gerichtete Daten im erweiterten C-Band-Bereich zu einer geeigneten Bodenstation gesendet werden.

Schließlich besitzt INSAT-3D auch eine Übertragungseinrichtung eines satellitengestützten Such- und Rettungssystems (Satellite Aided Search and Rescue, SAS&R). Sie empfängt Signale im UHF-Band, und strahlt die Informationen im erweiterten C-Band wieder aus. Eingebunden in das GEOSAR-Segment des internationale Such- und Rettungssystems COSPAS-SARSAT kann das Transpondersystem innerhalb des Sichtfelds des Satelliten Notrufsignale erfassen und umgehend an eine geeignete Bodenstation vom Typ GEOLUT weiterleiten.

Der Energieerzeugung dienen Solarzellen, welche die Systeme von INSAT-3D mit einer elektrischen Leistung von bis zu 1.200 Watt (laut Arianespace 1.100 Watt) versorgen können. Das Raumfahrzeug mit einer voraussichtlichen Startmasse von rund 2.100 Kilogramm will die ISRO bei 82 Grad Ost im Geostationären Orbit einsetzen.

Für eine Position bei 74 Grad Ost im Geostationären Orbit ist GSAT-7 alias INSAT-4F gedacht, die er unter Zuhilfenahme seines 440 Newton starken Apogäumsmotors erreichen kann. Dort soll der ebenfalls auf der indischen Satellitenplattform I-2K basierende militärische Kommunikationssatellit dann über einem IOR für Indian Ocean Region genannten Meeresgebiet mit einer Ausdehnung von etwa 600 x 1.000 nautischen Meilen (etwa 1.110 x 1.800 Kilometer) Verbindungen zwischen einzelnen Marineeinheiten sowie mit Kommandostellen ermöglichen.

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