Intelsats alternder Galaxy 26 ist umgezogen

Der US-amerikanische Kommunikationssatellit Galaxy 26 ist nicht mehr an seiner ursprünglichen Position im geostationären Orbit. Er übernimmt nun neue Aufgaben für das US-Verteidigungsministerium (DOD).

Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: satnews.com, spacedaily.com, sat-nd.com.

Als Telstar 6 gelangte der Satellit mit 1.469 kg Leer- und 3.763 kg Startmasse für Loral Skynet am 15. Februar 1999 auf einer von Baikonur gestarteten Rakete des Typs Proton-K/DM3 ins All.
Ursprünglich war der Start für den 15. Oktober 1998 geplant, wenige Tage vor dem Start wurde jedoch entschieden, den Satelliten wegen Befürchtungen hinsichtlich temperaturbedingter Materialermüdung der Wanderfeldröhren zurück in das Werk des Herstellers Space Systems/Loral (SS/L) zu bringen. Die Wanderfeldröhren (TWT, traveling wave tubes) waren von AEG aus Ulm (heute THALES Electron Devices GmbH, TEDG) geliefert worden.

Um sicherzustellen, dass der auf SS/Ls LS1300-Bus basierende Satellit im All wie vorgesehen funktionieren würde, sollten die Wanderfeldröhren bei SS/L in Palo Alto, Kalifornien infolge des entsprechenden Hinweises von AEG ausgetauscht werden. Am 10. Dezember 1998 wurde bekannt, dass die notwendigen Arbeiten erfolgreich abgeschlossen worden sind.

Nach dem Start am 15. Februar 1999 besetzte der Satellit mit 24 C-Band- und 28 Ku-Band-Transpondern im geosationären Orbit eine Position an 93 Grad West. Er diente der Versorgung der Vereinigten Staaten von Amerika, Puerto Ricos, der Karibik und Teilen Kanadas sowie Lateinamerikas mit Fernsehbildern.

Am 22. April 2001 kam es zu einem Fehler in einem Bordrechner des Satelliten. Ein Prozessor hatte versagt. Nachdem ein an Bord befindliche Backup-Prozessor gestartet war, konnte der übliche Betrieb aber wieder aufgenommen werden. Während des Ausfalls kam es nicht zum Kontrollverlust, und der Satellit blieb stabil zur Erde ausgerichtet.

NASA
UAV APV-3 auf dem Moffett Air Field
(Bild: NASA)

In den frühen Morgenstunden des 11. April 2002 trat eine Betriebsunterbrechung auf, die man auf einen Treffer durch ein Objekt aus dem Weltraum, z.B. einen Mikrometeroid oder ein Stück Weltraumschrott, zurückführt.

Im Jahr 2003 gab Loral Skynet die Satelliten Telstar 4 bis 8 und 13 an Intelsat ab. Aus Telstar 6 wurde Intelsat Americas 6. Mit Wirkung zum 1. Februar 2007 wurde Intelsat Americas 6 in Galaxy 26 umbenannt.

Einer der Solarzellenausleger des Satelliten und zahlreiche Transponder versagten am 29. Juni 2008. Statt maximal 37 Kilowatt konnten nach dem Ereignis nur noch maximal 22 Kilowatt elektrischer Leistung bereitgestellt werden, und verschiedene Kabelfernsehnetzbetreiber begannen, ihre Dienste von Galaxy 26 abzuziehen. Intelsat erwartete nicht, dass der Satellit sich von dem erlittenem Kapazitätsverlust erholen würde. Der Backup-Bordrechner sowie der Backup-Kommandoempfänger des Satelliten sind ebenfalls nicht mehr betriebsfähig.

NASA
UAV Altus II über südkalifornischer Wüste
(Bild: NASA)

Mit der Umpositionierung auf 50,8 Grad Ost im geostationären Orbit soll man nach neuesten Informationen am 20. Februar 2009 begonnen haben, nur zwei Wochen nach einer entsprechenden Anfrage des US-Verteidigungsministeriums (DOD, Department of Defense). Zuvor seien die kommerziellen Dienste, die auf Galaxy 26 etabliert waren, auf Galaxy 25 transferiert worden. (Galaxy 25 war schon im Dezember 2008 auf 93,1 Grad West umpositioniert worden, um Galaxy 26 zu ersetzen.)

Auf der neuen Position von Galaxy 26 an 50,8 Grad Ost sollen für das DOD 12 Ku-Band-Transponder betrieben werden. Man möchte damit den Einsatz von unbemannten Luftfahrzeugen (UAV, unmanned/uninhabited/unpiloted aerial vehicle) z.B. über Afghanistan und dem Irak unterstützen. Der Einsatz von 40 UAVs gleichzeitig werde durch Galaxy 26 realisierbar. Wie lange dies mit den noch funktionierenden Komponenten des auf 12 Betriebsjahre ausgelegten Satelliten möglich ist, bleibt abzuwarten.

Galaxy 26 ist katalogisiert mit der NORAD Nr. 25626 bzw. als Objekt 1999-005A.

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