ISS-Besatzung wieder in voller Stärke

Nach der Ankopplung des Raumschiffes Sojus-TMA 05M am Forschungsmodul Rasswjet ist die ISS-Expedition 32 komplett auf der Station.

Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: Roskosmos, NASA.

NASA
Sojus-TMA 05M im Anflug
(Bild: NASA)

Die Kopplung erfolgte gegen 6.51 Uhr MESZ, an Bord des Raumschiffes befanden sich Juri Malentschenko, Sunita Williams und Akihiko Hoshide. Sie werden in den kommenden Monaten mit Gennadi Padalka, Josph Acaba und Sergej Rewin an Bord der Internationalen Raumstation leben und arbeiten.

Auf dem Programm stehen umfangreiche Experimentierserien, Wartungsarbeiten, das Be- und Entladen von Frachtraumschiffen sowie zwei Außenbordeinsätze. Beim ersten, Mitte August, sollen Padalka und Malentschenko zusätzliche Mikrometeoritenschilde am Modul Swesda anbringen und den zweiten Teleskoparm von Pirs zu Poisk verlegen. Pirs wird kurz vor der Ankunft des Forschungsmoduls Naúka Platz für dieses neue Labor an der Unterseite von Swesda machen müssen. Die Teleskoparme sollen aber weiterhin verwendet werden. Falls noch Zeit ist, sollen Experimente eingesammelt und ein kleiner Subsatellit ausgesetzt werden.

Der zweite Ausstieg soll von Williams und Hoshide Ende August ausgeführt werden. Dabei soll eine von 4 Schalteinheiten für die Stromversorgung der Station gewechselt werden. Außerdem müssen Kabel zum zukünftigen Andockplatz von Naúka verlegt werden. Falls noch Zeit bleibt, soll das Kopplungsmodul PMA 2, an dem bis 2011 Space Shuttles regelmäßig angedockt hatten, mit einem thermalen Schutz versehen werden.

NASA-TV
Raumfahrer zu Beginn der Telekonferenz mit dem russischen Kontrollzentrum
(Bild: NASA-TV)

Experimente an Bord der Station betreffen die Forschungsgebiete Astronomie, Atmosphärenforschung, Biologie, Materialwissenschaft, Medizin, Meteorologie, Physik und Technik. Außerdem werden mehrere Bildungsprojekte durchgeführt. Insgesamt stehen 201 Untersuchungen auf den Arbeitsplänen, davon sind 123 neu. Dazu gehört auch ein mit Kounotouri 3 zur Station gelangendes Frischwasseraquarium, in dem Knochen- und Muskelabbau bei Fischen detailliert untersucht werden können.

Knapp 2 Stunden nach der Kopplung und dem Test der Dichtigkeit der Kopplungsstelle wurden die Luken zwischen Station und Raumschiff geöffnet. Danach konnten Alteingesessene und Neulinge mit Bodenstationen und Verwandten sprechen.

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