Japanisches Weltraumteleskop AKARI in Schwierigkeiten

Die japanische Agentur für Luft- und Raumfahrtforschung JAXA gab am 24. Mai 2011 den zeitweisen Ausfall des Weltraum-Infrarotteleskops AKARI bekannt. An Bord des Satelliten gibt es Probleme mit der Speicherung elektrischer Energie, die für den Betrieb des Satelliten auf Bahnabschnitten im Erdschatten durch Akkumulatoren zur Verfügung gestellt werden muss.

Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: JAXA.

JAXA
AKARI alias ASTRO-F im All – Illustration
(Bild: JAXA)

Gegen 5:30 Uhr japanischer Zeit am 24. Mai 2011 stellte man anhand von durch die Bodenstation Uchinoura empfangenen Daten von AKARI fest, dass das Raumfahrzeug in einen Modus mit geringem Stromverbrauch gewechselt war, bei dem alle Beobachtungsinstrumente und seine X-Band-Sender abgeschaltet sind. Anschließend konnte verfolgt werden, wie die an Bord des Satelliten zur Verfügung stehende Kapazität zur Speicherung elektrischer Energie immer weiter abnahm.

Als AKARI zum nächsten Mal in den Erdschatten eintrat, brach die Stromversorgung der Satellitensysteme vollständig zusammen. Später war der Satellit im weiteren Bahnverlauf wieder der Sonne ausgesetzt, und der fünfeinhalb Meter lange Solarzellenausleger auf AKARIs Rücken konnte erneut elektrische Energie erzeugen. Dies führte schließlich dazu, dass einige Satellitensysteme wieder ansprangen. Am Boden wurden Signale empfangen, die darauf hindeuten, dass sich der Satellit um 11:20 Uhr japanischer Zeit in einem Zustand analog zu dem nach dem ersten Einschalten befand.

Während der folgenden Erdumläufe wurden die Anlagen und Geräte weiter nur dann mit Strom versorgt, wenn der Solarzellenausleger von AKARI von der Sonne beschienen wurde. Die JAXA untersucht die an Bord des Satelliten aufgetretene Anomalie und hofft, geeignete Maßnahmen ergreifen zu können, um die Schwierigkeiten zu überwinden.

Die anvisierte minimale Betriebszeit von einem Jahr und die erwartete realisierbare Einsatzdauer von drei Jahren hat AKARI deutlich überschritten. Am 22. Februar 2006 war der mit einem Infrarotteleskop ausgerüstete Satellit auf einer Trägerrakete vom Typ M-V vom Uchinoura Space Center im Süden Japans aus ins All transportiert worden.

AKARI alias ASTRO-F ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 28.939 bzw. als COSPAR-Objekt 2006-005A.

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