Karte mit Anhäufungen dunkler Materie

Mit Hilfe einer besonderen Linsentechnik gelang es Astronomen eine Karte innerhalb einer Galaxienanhäufung zu erstellen, die die gebündelte Struktur von dunkler Materie visualisiert.

Ein Beitrag von Andreas Tramposch. Quelle: Yale Universität.

In einer Studie der Yale Universität zeigten Priyamvada Natarajan (Professorin der Astronomie und Physik) und ihre Kollegen, dass die Beobachtungen des Hubble Space Telescops mit dem theoretischen Vorhersagen des “Concordance Model” übereinstimmen. Das “Concardance Model” ist ein weit verbreitetes Modell unter den Wissenschaftlern, das aussagt, dass das Weltall hauptsächlich aus dunkler Materie besteht. Dieses theoretische Modell wurden von detaillierten, hochauflösenden Simulationen des Wachstums des Weltalls und dessen Struktur abgeleitet

Durch eine einzigartige Linsentechnik konnten die Daten einer Galaxienanhäufung analysiert und mit den Vorhersagen des Modells verglichen werden. Anhäufungen von Galaxien (mit einer Masse die millionen, millionen Mal die Masse von unserer Sonne übertreffen), bestehen meistens aus hunderten von Galaxien die sich durch deren eigenen Gravitationskräften zusammenhalten. Ungefähr 90 Prozent deren Masse besteht aus dunkler Materie. Den Rest bilden gewöhnliche Atome in Form von heißen Gasen und Sternen.

None
Abbildung der besonderen Linsentechnik, welche die Materienanhäufungen (blau) innerhalb einer Galaxienanhäufung (gelb bis rot) darstellt. (Quelle: Yale Universität)

Obwohl schon früher erlangte Beweise das “Concordance Model” unterstützten, konnten die vorhergesagte Struktur der Materieanhäufungen noch nicht entdeckt werden. Erst durch die Verwendung von bestimmten Linsen wurde es für die Astronomen möglich die Krümmung der Lichtstrahlen von weit entfernten Galaxien zu visualisieren. Diese Lichtkrümmungen konnten nur durch eine Energie hervorgerufen werden. Die Wissenschaftler konnten nun die Lichtabweichungen messen, die auf dunkle Materieanhäufungen hinwiesen.

“Wir verwendeten eine innovative Technik um den Effekt jener Materieanhäufungen hervorzuheben, die möglicherweise von einer weiteren massiven Materienstruktur überdeckt sein könnten,” sagte Natarajan. “Als wir unsere Ergebnisse mit den theoretischen Voraussagen des “Concordance Model” verglichen, konnten wir eine sehr gute Überdeckung feststellen. Wir glauben, dass die Proportionen dieser Anhäufungen eine Schlüsselinformation über die Beschaffenheit und Charakteristik der dunklen Materie enthalten, die bis jetzt noch unbekannt ist. Die wichtigste Frage die es für die Zukunft zu beantworten gibt ist, ob diese Vorhersagen und Beobachtungen auch für kleinere Massenanhäufungen, die bis jetzt unentdeckt sind, übereinstimmen.”

Wenn Sie mehr über dunkle Materie erfahren wollen, dann können Sie den Bericht Dunkle Materie – Dark Matter durchlesen.

Scroll to Top