Kepler im Sicherheitsmodus

Der Plantensucher Kepler befindet sich seit dem 22. Dezember 2010 in einem safe mode genannten Betriebszustand, nachdem ein unerwartetes Ereignis eingetreten war.

Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: NASA. Vertont von Peter Rittinger.

NASA/Ames/Wendy Stenzel
Kepler beobachtet einen Planeten – Illustration
(Bild: NASA/Ames/Wendy Stenzel)

Teil des safe mode ist eine direkte Ausrichtung der Solarzellen des Weltraumteleskops Richtung Sonne, und eine langsame Rotation um die so zur Sonne zeigende Achse. Auf diese Weise kann den Systemen an Bord des Raumfahrzeugs die größtmögliche Menge an Energie zur Verfügung gestellt werden, und der Aufbau von durch den Sonnenwind verursachten Momenten wird beschränkt.

Nach dem Betriebsartenwechsel begannen Ingenieure am Boden unverzüglich mit der Analyse der vom Raumfahrzeug empfangenen Telemetriedaten, um Auskunft über den Zustand der einzelnen Raumfahrzeugsysteme und die Ursache für das Auftreten der Anomalie zu erhalten. Einer ersten Einschätzung der Ingenieure zufolge hat Keplers automatisches Fehlerschutzsystem die Umschaltung in den Sicherheitsmodus veranlasst, nachdem sich Alarmmeldungen, die vor einer Ausrichtung des Raumfahrzeugs warnten, bei der der Sonnenschirm die Teleskopöffnung nicht mehr ausreichend schützen kann und Beschädigungen des Teleskops auftreten könnten, häuften. Zwischenzeitlich erwies sich, dass Keplers Anlagen und Systeme sich in gutem Zustand befinden und wie für den vorliegenden Fall vorgesehen arbeiten.

Für die wissenschaftlichen Daten, die das Weltraumteleskop seit dem letzten Massendownload im November 2010 gesammelt hatte, bestand keine Gefahr. Sie waren im Rahmen von Routinearbeiten über NASAs Deep Space Network (DSN) bereits heruntergeladen worden.

Die Anomalie trat erst auf, als die Projektarbeitsgruppe sich zur Vorbereitung des Sammelns neuer wissenschaftlicher Daten in Kontakt mit Kepler befand. Deshalb war es auch möglich, sofort zu reagieren, das Ereignis zu analysieren und mit der Planung der Reaktivierung des Teleskops zu beginnen.

Bis zu 12 Tagen Verlust an Beobachtungszeit pro Jahr könnte durch Ereignisse, die ein Versetzen des Raumfahrzeugs in einen Sicherheitsmodus verursachen, entstehen, hatten Keplers Erbauer vorgesehen. Für das Jahr 2010 ist dieser Zeitrahmen noch nicht ausgeschöpft.

Die Untersuchung der Fehlfunktion wird fortgesetzt. Eine Strategie zur Vermeidung einer Wiederholung soll entwickelt werden. Das nächste Mal Ende Januar 2011 will man Kepler bis dahin neu gesammelte Wissenschaftsdaten zur Erde übertragen lassen.

Raumcon:

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