Komet Tempel 1 beruhigt sich

Nach einem aufregenden Zusammenstoß mit dem Impactor der NASA Raumsonde Deep Impact, beruhigt sich der Komet Tempel 1 immer mehr.

Ein Beitrag von Martin Ollrom. Quelle: UniverseToday.

Nach dem Einschlag auf Tempel 1 flogen die weggesprengten Teile mit einer Geschwindigkeit von 700 bis 1000 Kilometer pro Stunde weg. Dadurch entstand ein komischer und außergewöhnlicher Staubring um den Kometen. Dieser erlaubte selbst Tage nach dem Einschlag keinen Blick auf den Kometen. Dieser Effekt konnte bereits kurz vor dem Einschlag beobachtet werden, weswegen man von einer geringen Beschädigung des Kometen ausgeht. Zehn Tage nach dem Einschlag sind die ESO-Mitarbeiter vom La Silla Paranal Observatory zurück in ihre Büros nach Santiago gekommen um dort die Auswertung der Daten voranzutreiben. Dieses Observatorium war in den letzten Wochen ausschließlich für Tempel 1 reserviert. So konnten verschiedenste Daten aus allen Bereichen des Lichts gesammelt werden. Dies lässt es zur größten Beobachtungskampagne, auf nur einen Teleskop, der Geschichte werden.

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Auf diesen Bild kann man schön die mysteriöse Ummantelung des Kometen Tempel 1 sehen, die er aber wieder abzulegen scheint (Bild: ESO)

Die ESO Mitarbeiter werden sich auch mit dem NASA-Missionsteam von Deep Impact treffen um die gesammelten Ergebnisse zu vergleichen und zu besprechen. Das ESO-Teleskop war aber selbst nur Teil einer weltweiten Teleskopkampagne, bei dem Kaliber wie Hubble, XMM-Newton, Chandra und Spitzer mit beteiligt waren. Während der Arbeit am Teleskop selbst, waren die ESO-Mitarbeiter mit allen beteiligten Einrichtungen über mehrfache Leitungen und Telekommunikationsmöglichkeiten verbunden. Durch dieses internationale Netz an Teleskopen wird die Deep Impact Mission wohl am ertragreichsten sein, aus wissenschaftlicher Sicht gesehen.

Nach ersten Schätzungen wird der Impactor nicht den gewünschten Krater in der gewünschten Größe hinterlassen haben, was aber insofern nicht weiter schlimm sein dürfte. Auf den Bildern kann man schön den Verlauf der Umgebung um den Kometen sehen. Der entstandene Staubring wurde von Tag zu Tag heller und durchsichtiger. Trotzdem sehen die Wissenschaftler vielen Geheimnissen entgegen und Daten deuten darauf hin, dass noch einige Überraschungen – wie zuletzt der Wasserfund auf Tempel 1 – noch bevorstehen.
Es hat den Anschein als würde der Blutdruck von Tempel 1 bei der Kollision drastisch nach oben gegangen sein und nun langsam aber doch wieder abfallen, bis er wieder in seinen Normalzustand verfällt und nur darauf wartet bis er in ferner Zukunft wieder von angriffslustigen Menschen bombardiert wird.

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