Mögliche Erklärung für Marslandschaften

In den letzten Tagen kursierten einige Erklärungsversuche zu wandernden Steinen auf dem Marsboden, die sich regelmäßig anordnen würden. Eine davon ist recht glaubhaft.

Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: Planetary Society, NASA/JPL.

Auf der Erde gibt es Berge und Gebirge. Erosion führt zu deren Zerfall und die Schwerkraft sorgt für Steinschläge, es gibt dadurch Anhäufungen von Steinen. So sind wir es gewohnt. In den flachen Mars-Landschaften, in denen Sonden von der Erde gelandet sind bietet sich ein anderes Bild: kleine und mittelgroße Steine liegen in sanft gewellter, sandbedeckter Landschaft und scheinen irgendwie gleichmäßig darüber verteilt.

NASA/JPL/Cornell University/Daniel Crotty
Die Verteilung der Steine wirkt irgenwie arrangiert.
(Bild: NASA/JPL/Cornell University/Daniel Crotty)

Zum einen gibt es auf diesen Ebenen schon lange keine Aktivitäten aus dem Boden heraus, die Berge formen können. Im Gegenteil haben seit langer Zeit einschlagende Meteoriten dafür gesorgt, dass das Oberflächenmaterial immer weiter zerkleinert wurde. Felsen werden zerschlagen und fallen als Steine zurück auf die Oberfläche. Immerhin haben Spirit und Opportunity bereits 6 Meteorite aus dem All identifiziert.

Warum aber scheinen die Steine so gleichmäßig verteilt zu sein? Jon Pelletier und Kollegen haben dafür eine Erklärung geliefert, der sich nun auch Emily Lakdawalla von der Planetary Socienty der USA anschloss.

Nicht der Wind, der aufgrund der sehr dünnen Marsatmosphäre nicht die Kraft dazu hat, bewegt die Steine. Stattdessen bläst der den Sand von der Front der Steine weg. Es bilden sich Kuhlen, die tiefer werden, bis der Stein schließlich dort hinein rollt. Der Stein bewegt sich also letztlich dem Wind entgegen.

Steine, die zunächst im Windschatten anderer liegen, werden nicht freigweht und bleiben daher zunächst liegen. Erst wenn der Abstand zwischen den Steinen groß genug ist, schließen sie sich der Wanderung an, weil sich nun auch vor ihnen Kuhlen bilden. Dadurch erklärt sich wohl die heute zu beobachtende scheinbar wie arrangiert wirkende Anordnung der Steine auf den weiten und flachen Marsebenen.

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