NASA-Marssonde weiter in Wartestellung

In aller Frühe des kommenden Montags soll Opportunity endlich abheben können. Bis dahin hat die NASA noch mit technischen Querelen zu kämpfen.

Ein Beitrag von Felix Korsch. Quelle: NASA.

Langsam häufen sich die Hiobsbotschaften für die zweite US-Marssonde Opportunity. Der Start der Delta II-Rakete verzögert sich nach NASA-Angaben nun um einen weiteren Tag und soll frühestens am Montagmorgen um 4:43 Uhr MESZ stattfinden. Ein alternativer Starttermin ergibt sich wenige später um 5:26 Uhr MESZ. Hintergrund der dauernden Verschiebungen sind Zweifel an der Haltbarkeit der Isolation der ersten Stufe der Trägerrakete aus dem Hause Boeing. Diese besteht aus einem stabilen Korkband, welches sich bei mehreren der vergangenen Startversuche jedoch zum Teil löste. Die Vorsicht der NASA ist also kein Wunder, schließlich könnte ein Verlust der Isolation während des Lift-offs fatale Folgen haben und im schlimmsten Falle sogar einen Totalverlust bedeuten. Das Kork schützt die Tanks der ersten Stufe vor Hitzeeinwirkung beim Aufstieg.

Schon mehrfach stand MER-B startfertig auf Launchpad 17B des KSC, doch bisher waren alle Bemühungen der NASA vergebens.
(Bild: NASA)

Dem nächsten Start stehen noch mehrere Tests im Wege. Zu allererst wollen die Boden-Mannschaften sicher gehen, dass die Reparatur des Korkbandes erfolgreich war und sich nicht beim Einfüllen von Flüssig-Sauerstoff in die erste Stufe auf Grund der niedrigen Temperatur wieder ablöst. Über das letztendliche “Go” zum Start wird dann am Samstagabend entschieden. Immerhin sehen die Wetteraussichten für den kommenden Montag im Gegensatz zu den letzten Tagen wieder positiver aus: die Chance auf akzeptables Wetter steht bei immerhin 70 Prozent. Nach all den Verschiebungen droht der Rover allerdings noch auf der Startrampe zu stranden, ohne dem Mars einen Meter entgegenzufliegen, denn am 15. Juni wird sich das Startfenster zum Roten Planeten definitiv schließen. Dann könnte Opportunity erst in vier Jahren ins All gebracht werden und sein baugleicher Bruder Spirit müsste allein zum Mars fliegen. Mars Exploration Rover A ist bereits seit dem 10. Juni im All und hat bisher rund 6 Millionen Kilometer zurücklegen können.

Vorerst beschwichtigt die NASA noch. Treten keinen weiteren technischen Probleme auf, wird Opportunity am Montagmorgen mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit abheben können. Allerdings kam es auch bei vergangenen Startversuchen wiederholt zu nicht vorhersehbare Ereignissen: dazu zählen plötzlich aufwehende starke Winde, die drohende Verbreitung toxischer Gase über bewohntem Gebiet oder ein Boot in dem zum Startzeitpunkt gesperrten Seegebiet. Damit steht gleichzeitig die Trägerrakete Delta II unter einem schlechten Stern. Beim Start des zweiten Marsrovers soll nämlich erstmals eine verbesserte Variante, die so genannte Deta II Heavy, zum Einsatz kommen. Diese zeichnet sich durch größere und leistungsfähigere Feststoff-Booster in der ersten Stufe aus, welche Opportunity sicher auf seinen Kurs zum Mars bringen sollen. Hoffen wir, dass es noch dazu kommen wird.

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