PaTTs könnte Teil der SeRANIS-Satellitenmission werden

Wettbewerb für innovative Weltraum-Visionäre: Jury sieht Potenzial in Start-Up PaTTs der TU Dresden. Eine Pressemitteilung der TU Dresden.

Quelle: TU Dresden.

Logo SeRANIS. (Abbildungsquelle: Universität der Bundeswehr München)

1. März 2022 – Seit 2020 laufen die Planungen für die erste Kleinsatellitenmission SeRANIS (Seamless Radio Access Networks for Internet of Space) an der Universität der Bundeswehr München (UniBw M). Das Ziel: Eine Dual Use Mission zusammen mit Partnern aus Forschung, Praxis und Bundeswehr. Im Rahmen der Challenge „Per Anhalter in den Orbit“ konnten sich innovative Start-ups und Forschungseinrichtungen auf einen Platz für eine In-Orbit-Demonstration ihres Projektes im Satelliten bewerben. Das Start-Up PaTTs (Passive Tag Tracking by Satellites) der TU Dresden hat es in die finale Runde des Wettbewerbes geschafft und könnte ein Teil der SeRANIS-Satellitenmission werden.

Bei PaTTs handelt es sich um ein neuartiges und ultraleichtes Tracking-System mittels kleiner Chips (sog. „Tags“), die es dem Satelliten ermöglichen, Fahrzeuge, Gefahrstoffe oder Tierwanderungen zu verfolgen. Die Innovation daran ist, dass auf den zu beobachtenden Objekten keine eigenen Sender angebracht werden müssen. Vergleichbar sind die Tags mit RFID-Chips – nur, dass die Entfernung nicht wenige Meter, sondern hunderte Kilometer beträgt. Zudem sind sie flexibel und unabhängig von Funknetzen und globalen Navigationssatellitensystemen, sodass aufgrund des fehlenden Sendebetriebs eine „Fremddetektion“ schwer möglich wird. Einsatzgebiete von PaTTs liegen u.a. in den Bereichen Umweltmonitoring, Landwirtschaft und Logistik.

PaTTs ist eines von sechs Projekten, dass als aussichtsreich eingeschätzt wurde. „In der Tat handelt es sich dabei um eine besonders innovative Bewerbung, die unsere hochkarätige Jury überzeugt hat“, so Prof. Andreas Knopp, Projektleiter der SeRANIS-Satellitenmission.

„Wir sehen eine große Überschneidung von PaTTS mit den Zielen und Technologiefeldern von SeRANIS wie Kommunikation, Navigation, Erdbeobachtung, Satellitentechnologie, Resilienz und Entwicklungsmanagement.“, so Fabian Geißler, Ingenieur im PaTTs-Team an der Professur für Hochfrequenztechnik der TU Dresden. „SeRANIS ist für uns die Chance, der Welt zu zeigen, wie unsere bahnbrechende Technologie in verschiedensten Bereichen eingesetzt werden kann. Die realistische technische Demonstration des Systems auf dem Missionssatelliten wäre eine einmalige Gelegenheit für uns, es auf Machbarkeit hin zu prüfen und weiterentwickeln zu können. Zudem können wir von den Mentoring-Möglichkeiten stark profitieren.“

In den nächsten Wochen wird das Team der TU Dresden, gemeinsam mit den Mitbewerbern, detailliert evaluiert und entsprechend geschult. Hierbei arbeiten die Weltraumforscher*innen mit den Start-up-Coaches von founders@unibw (Entrepreneurship- und Intrapreneurship-Programm an der UniBw M) zusammen.

SeRANIS an der Universität der Bundeswehr München gilt als weltweit erste und einzige Kleinsatellitenmission, die ein öffentlich zugängliches multifunktionales Experimentallabor im erdnahen Orbit zur Verfügung stellt. Auf einem über 200 Kilogramm schweren Satelliten, der 2025 in den Orbit geschickt werden soll, können simultan mehr als zehn komplexe Experimente zu Themen wie Mobilfunksysteme der nächsten Generation (6G), Internet of Things und Laserkommunikation durchgeführt werden. Besondere Schwerpunkte dieser New Space Mission sind die Erforschung sicherer Kommunikationswege und die Schaffung eines nahtlosen Übergangs zwischen verschiedenen Netzwerken. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus diesem Projekt fördern die Entwicklung von Schlüsseltechnologien am High-Tech-Standort Deutschland und leisten einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung im Weltall.

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