Reschetnjow baut weiteren GEO-IK-2

Der russische Raumfahrtkonzern Reschetnjow Informational Satellite Systems ist mit dem Bau eines weiteren militärischen Erdvermessungssatelliten des Typs GEO-IK-2 beauftragt worden.

Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: Reschetnjow Informational Satellite Systems, Raumfahrer.net.

Reschetnjow Informational Satellite Systems
GEO-IK-2 über der Erde – Illustration
(Bild: Reschetnjow Informational Satellite Systems)

Reschetnjow hatte am 7. Dezember 2012 von dem Auftrag berichtet. Der neue Satellit soll Daten zur Überarbeitung eines geodätischen Koordinatensystems liefern, die Drift der Kontinentalplatten beobachten sowie den Tidenhub und andere weltweite natürliche Phänomene untersuchen.

Wie bei bereits gebauten Satelliten des gleichen Typs wird auch das neue Raumfahrzeug wieder einen Radiohöhenmesser von Thales Alenia Space erhalten. Das SADKO-3 genannte Instrument bezeichnet Reschetnjow als Hauptinstrument des neuen Satelliten.

Die Vorgängersatelliten verfügen neben dem Radiohöhenmesser über ein Dopplersystem, einen Entfernungsmesser, einen optischer Reflektor für Laserlicht und ein System zur Bereitstellung einer synchronisierten Zeitbasis, sowie Empfänger für Navigationssignale der Systeme GloNaSS (Russland) und GPS (USA).

1982 hatte die Sowjetunion mit dem Aufbau eines militärischen geodätischen Systems begonnen. 1994 wurde der zunächst letzte Erdvermessungssatellit gestartet und ab 1999 blieben Aktualisierungen der Daten des geodätischen Systems aus.

GEO-IK-2 Nr. 11 sollte ab 2011 als erster eines neuen Satellitenpaares frische Messdaten sammeln, um Russlands militärisches geodätisches System auf einen aktuellen Stand zu bringen. Der etwa 1,4 Tonnen schwere Satellit gelangte nach seinem Start am 1. Februar 2011 wegen eines Fehlers in der Raketenoberstufe vom Typ Breeze-KM nicht auf die vorgesehene Umlaufbahn, weshalb er seinen Aufgaben nicht nachkommen konnte.

Reschetnjow hat nach eigenen Angaben einen bereits fertiggestellten Satelliten vom Typ GEO-IK-2 eingelagert. Der aktuell zusätzlich beauftragte Satellit soll laut Reschetnjow im Jahr 2015 von Plesetsk aus in den Weltraum transportiert werden. Wann der Start des eingelagerten Raumfahrzeugs zur Sammlung neuer Daten für Russlands militärisches geodätisches System aus rund 1.000 Kilometern über der Erde stattfinden werde, teilte Reschetnjow in der Meldung vom 7. Dezember 2012 nicht mit.

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