Russland: Neues zum ISS-Ausstieg

Borissow präzisiert seinen angekündigten ISS-Ausstieg.

Eine Beitrag von Gerhard Kowalski, 30. Juli 2022.

Moskau, 30. Juli 2022 – Der neue Generaldirektor der GK Roskosmos, Juri Borissow, hat seinen am Dienstag für 2024 angekündigten Ausstieg aus der Internationalen Raumstation ISS zeitlich präzisiert. Dieser vollziehe sich nicht in wenigen Minuten, sondern könne nach Ansicht von Experten bis zu zwei Jahren dauern, sagte er am Freitag dem Fernsehsender Rossija 24. Seine Erklärung vom Dienstag sei nicht richtig verstanden worden, fügte er hinzu. Es gehe darum, dass der Ausstiegsprozess, der streng nach Russlands ISS-Verpflichtungen erfolge, “nach 2024 beginnt”. Ob das Mitte 2024 oder erst 2025 sei, hänge vom Zustand und der Arbeitsfähigkeit der Station selbst ab.

Die Ressourcen der wichtigsten ISS-Module seien derzeit bereits “mehrfach ausgeschöpft”, begründete der Raumfahrtchef die Ausstiegsentscheidung. Auch die Garantiezeiten seien schon seit langem überschritten. Wegen der Alterung des Metalls der Station erhöhe sich die Intensität der Havarie-Situationen, die “lawinenartig” anzuwachsen drohten. Das sei ein natürlicher Prozess am Ende des Lebenszyklusses eines jeden Erzeugnisses. Und das beschwöre eine reale Gefahr für die Besatzung nach 2024 herauf.

Borissow erinnerte daran, dass sein Land zu den ISS-Stammvätern gehört und somit auch bis zum Ende Verantwortung für dieses “Kind” trage. Zugleich arbeite man synchron an einer eigenen orbitalen Dienststation (ROSS), um das bemannte Raumfahrtprogramm fortzusetzen.

Gerhard Kowalski

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