Schrumpfender Riesenstern in der Nachbarschaft

Wie amerikanische Astronomen durch Messungen über 15 Jahre hinweg festgestellt haben, schrumpft der rote Riesenstern Beteigeuze.

Ein Beitrag von Günther Glatzel. Quelle: ORF.

Andrea Dupree (Harvard-Smithsonian CfA); Ronald Gilliland (STScI); NASA; ESA
Beteigeuze vom Hubble Space Telescope aufgenommen.
(Bild: Andrea Dupree (Harvard-Smithsonian CfA); Ronald Gilliland (STScI); NASA; ESA)

Beteigeuze ist ein alternder Riese im Sternbild Orion mit einem Durchmesser von jetzt noch 1,38 Milliarden Kilometern. Zum Vergleich: die Erdbahn hat einen Durchmesser von nur 300 Millionen Kilometern. Befände sich der 10.000-mal lichtstärkere Beteigeuze in unserem Sonnensystem, so wären alle Planeten bis zum Jupiter innerhalb seines Radius.

Mit 640 Lichtjahren Entfernung ist er in astronomischen Maßstäben gerechnet immerhin in unserer Nachbarschaft. Aufgrund dieser Tatsache erscheint der Stern in guten Teleskopen auch als Scheibe, nicht nur als Punkt. Deshalb lässt sich seine Größe recht genau vermessen. Während der regelmäßigen Messungen mit mehreren Teleskopen, die seit 1993 unter Mitwirkung bzw. Leitung des US-Astronomen Charles Townes durchgeführt wurden, ergab sich im infraroten Licht (11,15 Mikrometer Wellenlänge) eine Verringerung des Sichtwinkels von zunächst 56 auf 47 Millibogensekunden, was auf die Entfernung umgerechnet einem Durchmesser von 1,64 bzw. 1,38 Milliarden Kilometern entspricht und damit einer Verkleinerung um etwa 15%.

Zusätzlich konnte festgestellt werden, dass sich der Schrumpfungsprozess beschleunigt.

Raumcon:

Nach oben scrollen