SMOS: Frühjahr 2011 besonders trocken

Der außerordentlich trockene Frühling 2011 in Westeuropa ist auf Karten, die mit Daten des europäischen Erdbeobachtungssatelliten SMOS generiert wurden, sehr gut zu erkennen.

Ein Beitrag von Thomas Weyrauch. Quelle: ESA.

ESA/AOES Medialab
SMOS im All – Illustration
(Bild: ESA/AOES Medialab)

Im Gegensatz zum Frühjahr 2010 befand sich ein Jahr später deutlich weniger Feuchtigkeit im Boden. Nicht nur diesen interessanten Vergleich ermöglichen die Daten von SMOS, sondern eine weitreichende Unterstützung von Anwendungen aus Landbau und Hydrologie.

Der Satellit der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA), dessen Bezeichnung für Soil Moisture and Ocean Salinity steht, hat die Aufgabe, den Feuchtigkeitsgehalt der Böden auf den Landmassen der Erde und den Oberflächensalzgehalt der Weltmeere zu messen. Seit dem 2. November 2009 zieht SMOS seine Bahn um die Erde und liefert nach einer Test- und Inbetriebnahmephase für ein besseres Verständnis des Wasserkreislaufs und insbesondere des Austauschs von Wasser zwischen der Oberfläche und der Atmosphäre dringlich benötigte Informationen.

ESA/CESBIO
Bodenfeuchte im April 2010 …

Auch wenn die Böden auf den Landflächen der Erde nur einen geringen Prozentsatz des weltweiten Wasservorkommens beinhalten, spielen sie eine wichtige Rolle im Wasserkreislauf. Die Bodenfeuchte ist essentiell für die Regulierung des Wasser- und Energieaustausches zwischen Landflächen und der Atmosphäre.

Geologen, Hydrologen, Meteorologen und Ökologen arbeiten mit Daten zur Bodenfeuchte, da diese eine Variable im Wettergeschehen und Klimasystem darstellt. Auch Agrarwissenschaftler nutzen diese Daten, da sie in unmittelbarem Zusammenhang mit Pflanzenwachstum und Ernteertrag stehen.

ESA/CESBIO
… und im April 2011
(Bilder: ESA/CESBIO)

Viele Westeuropäer freuten sich 2011 über das trockene und warme Frühlingswetter. Für Landwirte und Wasserversorger brachte es jedoch teilweise gravierende Probleme mit sich. Zusätzlich erhöhte sich aufgrund ausgetrockneter Böden und Vegetation die Waldbrandgefahr erheblich.

In manchen europäischen Staaten wie Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden erfolgten Beschränkungen bei der Bewässerung von Ackerbauflächen. Unter weiteren Reaktionen auf das trockene Wetter war beispielsweise eine Rettungsaktion für die Forellen im Schweizer im Kanton Zürich gelegenen, vom Austrocknen bedrohten Fluss Töss, und das Verbot des Grillens an den Osterfeiertagen im Ostteil der Niederlande.

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