Sojus-Landung wird untersucht

Mehr als eine Woche nachdem die russische Raumkapsel Sojus TMA-1 mit der zurückkehrenden ISS-Besatzung Expedition Six Crew weit entfernt von der angepeilten Landestelle niederging, haben nun Ingenieure eine Theorie für die Ursache formuliert.

Ein Beitrag von Karl Urban. Quelle: Space.com.

Sojus-TMA 1 angedockt an das ISS-Modul Pirs. (Bild: NASA)

Das Raumfahrzeug Sojus TMA-1 wurde durch sein Kontrollsystem zur Erde zurückgeleitet – jedoch wurde die dreiköpfige Besatzung sehr viel größeren Gravitationskräften ausgesetzt, als dies während des Eintritts erwartet worden ist.

Die Kapsel landete etwa 440 Kilometer entfernt von der angepeilten Landestelle in Kasachstan und die Rettungsmannschaften brauchten zwei Stunden, bis sie das Raumfahrzeug und seine Besatzung gefunden hatten: Den Kosmonauten Nikolai Budarin und die US-Astronauten Kenneth Bowersox und Donald Petit.

Die Untersuchungsmannschaft von der Rocket Space Corporation Energia, die das Raumfahrzeug konstruiert hat, wurde mit der Aufklärung des Ereignisses beauftragt. Diese berichtet, dass ein Fehler in einem der Instrumente des Abstieg-Kontrollsystems die Kapsel entlang einer veränderten ballistischen Flugbahn steuerte.
Eine Analyse der Daten von den Flugrekordern an Bord von Sojus TMA-1 deutet darauf hin, dass das Abstieg-Kontrollsystem nicht schnell genug reagierte, als eines der Gyroskope während der ersten Minuten des Wiedereintritts eine Störung feststellte. Gyroskope dienen der Lagekontrolle in Raumfahrzeugen.

Die Vorgängerversion Sojus TM kehrt zur Erde zurück. Beim neuen Modell Sojus TMA war es zu einer Fehlfunktion während des Wiedereintritts gekommen.

Das Kontrollsystem hätte das Zünden des Raumfahrzeugantriebs veranlassen müssen, um eine weitere Störung zu verhindern, aber es tat es nicht. Dies jedenfalls ließ die Untersuchungsmannschaft verlauten.

Die Energija-Ingenieure simulierten in einer Testanlage die speziellen Bedingungen, denen Sojus TMA-1 während des Abstiegs ausgesetzt war. Dabei versuchten sie erneut den Fehler im Abstieg-Kontrollsystem zu verursachen, die eine starke Abweichung von der geplanten Flugbahn auslösen könnte.

Indessen ließ die NASA verlauten, dass eine Kommentierung des Vorfalls ausbleiben werde, da es sich dabei um ein von Russland gefertigtes Raumfahrzeug handele. Allerdings hoffe man, dass der aufgetretene Fehler einmalig sei.

Das Unternehmen Energija entwickelte und baute das Raumfahrzeug Sojus TMA, dass bessere Computer und neue Komponenten im Kontrollsystem benutzt, als sein Vorgänger Sojus TM. Die Mission Sojus TMA-1 war der erste vollständige Flug für das neue Equipment.

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